identifier	taxonID	type	CVterm	format	language	title	description	additionalInformationURL	UsageTerms	rights	Owner	contributor	creator	bibliographicCitation
038887D3B46AFF8F35B5FA6DA759FBB0.text	038887D3B46AFF8F35B5FA6DA759FBB0.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Carcharodus floccifera (Zeller 1847)	<html xmlns:mods="http://www.loc.gov/mods/v3">
    <body>
        <div>
            <p>Der Heilziest-Dickkopffalter</p>
            <p> Carcharodus floccifera (Zeller, 1847)</p>
            <p> (Abb. 1) legt seine Eier auf Ziest-Arten  Stachys spp. ab. Im Schweizer Mittelland ist die Eiablagepflanze die Echte Betonie  Stachys officinalis , auch Heilziest genannt, daher der Name des Falters. Die Beschreibung des Eiablageortes bezieht sich in den Nachschlagewerken meist auf die ausführliche Schilderung von Albrecht et al. (1999): «Bei der Eiablage wird vom Weibchen üblicherweise ein einzelnes Ei auf die Oberseite eines Blattes von  Betonica officinalis (  Stachys officinalis ) abgesetzt. Dabei werden einjährige, sterile Blattrosetten deutlich bevorzugt, es werden jedoch auch vereinzelt blühende Pflanzen mit Eiern versehen.» Als selten wird die Eiablage auf der Blüte beschrieben: «Ganz aus dem Rahmen fällt die am 12.7.1997 im Gebiet 9 festgestellte Ablage an einen jungen Blütenstand von  Betonica officinalis (  Stachys officinalis ). Dabei brachte das Weibchen das Ei in ca. 25 cm Höhe ab Boden zwischen Blütenknospen an den Kelch an.» Bei Kissling &amp; Rey (2017) wird die Eiablage auf einer Blüte ebenfalls als selten bezeichnet. «Normalerweise werden die Eier an Rosettenblättern von Pflanzen abgelegt, die erst im folgenden Jahr blühen. Seltener legen die Weibchen die Eier auch an höherliegende Blätter von Blütenstängeln ab. In einem Fall wurde beobachtet, wie eine Blüte mit Eiern belegt wurde.» Am 9. Juni 2017 wurde am Linthkanal bei Schänis (SG) ein Weibchen von  C. floccifera bei der Eiablage in den Blütenstand von  Stachys officinalis beobachtet. Zwei Personen haben daraufhin eine Fläche von ca. 50 m 2 während 40 Minuten abgesucht. Dabei fanden sie 35 Eier auf verschiedenen Exemplaren von  S. officinalis . 13 Eier waren an Blütenständen (Abb. 2), 22 auf den Blattrosetten und Stängelblättern angebracht. Zudem konnte eine Raupe an einer Blüte beobachtet werden, welche Frassspuren aufwies (Abb. 3). Die Suche erfolgte ausschliesslich an  S. officinalis , aber nicht systematisch, das heisst es wurden nicht alle Exemplare der abgeschrittenen Fläche abgesucht. Der Zeitumfang für die Suche nach Eiern auf Blättern oder an Blüten war etwa gleich gross. Die Wiese (Abb. 4 und 5) weist in den ersten ein bis zwei Metern entlang des Weges eine lückige Vegetation mit ruderalem Charakter auf. In den übrigen Bereichen ist die Vegetation dicht, eher hochwüchsig und kann als Fromentalwiese  Arrhenatherion (Delarze et al. 2015) bzw. im Bereich nahe der Linth als Feuchte Hochstaudenflur  Filipendulion (Delarze et al. 2015) angesprochen werden. Weil wir vermehrt im oberen Drittel der Fläche nahe dem Weg suchten, konnten wir dort mehr Nachweise erbringen als im übrigen Gebiet. Es wurden jedoch auch in der dichten Vegetation, rund sechs Meter von der Linth entfernt, Eier an Blütenständen nachgewiesen. </p>
            <p> Aufgrund unserer Beobachtungen hat Thomas Kissling am 16. Juni 2017 im Linthgebiet nach Eiern von  C. floccifera gesucht. Bei einer Gesamtanzahl von 94 Eiern waren 24 (rund ein Viertel) auf den Blüten und 70 (rund drei Viertel) auf den übrigen Pflanzenteilen abgelegt worden (Thomas Kissling pers. Mitt.). </p>
            <p> Der Nachweis von Eiern der ersten Generation von  C. floccifera an den Blüten von  S. officinalis ergänzt die bisherigen Angaben zum Eiablageort. Aufgrund der Literaturangaben, welche betonen, dass die Eiablage hauptsächlich auf den Rosettenblättern stattfindet, ist es möglich, dass die Suche nach Eiern an den Blütenständen bislang vernachlässigt wurde. </p>
            <p>Es ist nicht auszuschliessen, dass das ortsspezifische Klima der Linthebene, das Mahdregime und die daraus resultierende Vegetationsstruktur die Eiablage des Falters an den Blüten begünstigen. Hingegen unwahrscheinlich ist, dass unsere Beobachtung eine Ausnahme für die Population am Linthkanal darstellt. Die Anzahl Eifunde auf den Blüten macht mit ungefähr einem Drittel einen hohen Anteil aus.</p>
            <p> Die Beobachtung der regelmässigen Eiablage von  C. floccifera an den Blütenständen von  S. officinalis in der Linthebene bedarf weiterer Abklärungen. Die bisherige Annahme,  C. floccifera lege die Eier nur ausnahmsweise auf den Blüten ab, kann mit der beschriebenen Beobachtung infrage gestellt werden. </p>
        </div>
    </body>
</html>
	https://treatment.plazi.org/id/038887D3B46AFF8F35B5FA6DA759FBB0	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Stahel, Daniela;Engler, Sonja;Rotach, Andreas	Stahel, Daniela, Engler, Sonja, Rotach, Andreas (2019): Heilziest-Dickkopffalter Carcharodus floccifera (Zeller, 1847) (Lepidoptera: Hesperiidae) - Nachweis der Eiablage an den Blütenständen der Echten Betonie Stachys officinalis. Entomo Helvetica 12: 151-154, DOI: 10.5169/seals-985872
