Stenus simplicigutta, Puthz, 2016

Puthz, Volker, 2016, Übersicht über die neotropischen Arten der Gattung Stenus LATREILLE mit seitlich gerandetem Abdomen und ungelappten Tarsen (Coleoptera, Staphylinidae) 350. Beitrag zur Kenntnis der Steninen, Linzer biologische Beiträge 48 (2), pp. 1551-1634 : 1596-1598

publication ID

https://doi.org/10.5281/zenodo.5355748

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/03C78799-FFC1-E008-0FF9-2299ADDEFB7F

treatment provided by

Marcus

scientific name

Stenus simplicigutta
status

nov.sp.

Stenus simplicigutta nov.sp. ( Abb. 53 View Abb , 68 View Abb , 94, 130, 158, 240-242, 262-266, 300)

M a t e r i a l: Holotypus (6) und 1366, 2 ♀♀ - Paratypen: ECUADOR: Otonga N. P., Nebelwald, 1700-2300m, unter Baumstämmen und Rinde am Rio Esmeralda , 23.VIII.2003, L. Koerner . Paratypen: 366, 1 ♀: wie HT, Detritus ( Schlamm ), 29.VIII.2003, idem ; 666, 2♀♀: Otonga, Cotopaxi, 1900m, 0 o 29’S, 78 o 41’W, Nebelwald, unter Poaceae am Rio Tonchi , 10.IV.2004, idem GoogleMaps ; 1♀: Cotopaxi, Naranchito, 2000m, c/o San Francisco de la Pampas , 3.II.1993, L. Bartolozzi ; 266, 1 ♀: Otonga, bei Guayllabamba, Rio Esmeralda- Ufer , Laubstreu , 8.VII.1977, S. Walter ; 16: Bellavista , 0 o 00‘37‘‘S, 78 o 49‘47‘‘W, cloud forest, on twiggs and lichens, 31.VII.2009, U. Irmler GoogleMaps ; 266, 1 ♀: Pichincha, Las Palmeras, Old Quito- Santo Domingo road km 59, 43 km NE Alluriquin, 6400 feet, 23.X.1988, L. Herman ; 1♀: Pichincha, Chiriboga, via Chiriboga, 2900m, forest remnant, 9.VIII.2006, G. Osella. 566, 3♀♀: Napo, 2 km S Oritoyacu, 22 km S Baeza , 1500m, 4.-5.III.1976, J.M. Campbell ; 1♀: 81 km NE Baeza, 3 km SW Reventador, 5300 feet, litter, 28.-29.X.1988, L. Herman; 16: Napo, 6,5 km W Baeza , 6500 feet, 31.X.1988, idem ; 1♀: Napo, Baeza near Papallacta , 6100 feet, 31.X.1988, idem ; 1♀: Napo, 0,7 km N Cosanga, 9,7 km W on road to Aragon near Rio Aliso , 7100 feet, 28.V.1993, idem ; 16: Napo, Sierrazul, 2200m, 0 o 40’S, 77 o 55’W, leaf litter, old stage alder forest, 23.-29.X.1995, Ball & Shpeley. KOLUMBIEN: 266: nordwestliche Sierra Nevada de Santa Marta, Moos / Streu , 24.VIII.1985, H.-G. Müller GoogleMaps ; 16: P. N. Sierra Nevada de Santa Marta, Las Estanción, 10 o 48’N, 73 o 39’W, 2200m, Malaise , 31.VIII.-5.IX.2000, M. Cantillo GoogleMaps ; 3♀♀: Inderena Sta. In Cerro Lorenzo, Sierra Nevada de Santa Marta , 1700-2300m, 9.-12.VII.1970, B. Malkin ; 16, 2♀♀: Magdalena, 7000 feet, San Lorenzo , 41 km S Santa Marta, 1.V.1973, Howden & Campbell ; 1♀: C. Amara Tequendama, 7600 feet, 6.VII.1970, J.M. Campbell. VENEZUELA: 16: Merida, 7 km E Tabay, La Mucuy Station, Sierra Nevada National Park, 2300-2700m, 8 o 37‘44‘‘N, 71 o 2‘26‘‘W, fungusy log, 24.V.1998, Ashe, Brooks & Hanley. COSTA RICA: 16, 1♀: Puntarenas, 5000 feet, Reserva de Monteverde , 23.- 24.V.1979, J.M. & B.A.Campbell GoogleMaps ; 16: Vara Blanca – Poás , 18.XII.1940, A. Bierig ; 16: San José, 31 km N San Isidro del General, 7600 feet, near 105 km marker, Road 2, litter, 2.II.1985, L. o Herman ; 1♀: Heredia, Cerro Chompipe ca. 2 km N Monte de la Cruz, 1950m, 10 o 6‘13‘‘N, 84 4‘45‘‘W, fogging fungus covered log, 26.VII.2000, Ashe, Brooks & Falin.? BOLIVIEN: 16, 1♀: Yuracaris (coll. Fauvel, IRSNB).- HT und PTT in cP ( SMNS), PTT auch im AMNH, CNC, FMCH, KSEM, MCSNF, coll. Betz, Irmler und Osella. GoogleMaps

B e s c h r e i b u n g: Makropter, schwarz mit sehr schwachem bräunlichem Anflug, jede Elytre mit einer orangenen Makel im hinteren Aussenviertel ( Abb. 53 View Abb ), mässig glänzend; Stirn grob, Pronotum und Elytren sehr grob, zusammenfliessend punktiert/skulptiert, Abdomen grob und dicht (vorn) bis wenig grob und wenig dicht (hinten) punktiert, Beborstung wenig lang, anliegend. Kiefertaster gelb, das 3. Glied rötlichgelb. Fühler mittelbraun, Keule etwas dunkler. Beine rötlich- bis gelblichbraun, Tarsen wenig dunkler. Clypeus schwarz, Oberlippe dunkelbraun, dicht beborstet. Abdomen seitlich breit gerandet, Tarsen ungelappt.

Länge: 4,5-5,7mm (Vorderkörperlänge: 2,4-2,6mm).

PM des HT: HW: 39; DE: 23; PW: 32; PL: 33; EW: 49; EL: 47; SL: 37.

Männchen: Schenkel stark gekeult, Hinterschienen in ihrer Spitzenhälfte nach innen gekrümmt, Mittelschienen mit starkem Apikaldorn, Hinterschienen mit starkem Präapikaldorn. Metasternum breit und flach eingedrückt, die Seiten der Scheibe ziemlich grob und ziemlich dicht auf glattem Grund punktiert, ein schmaler, leicht vertiefter, mittlerer Längsstreifen sehr fein und äusserst dicht punktiert und beborstet ( Abb. 158 View Abb ). 3.- 6. Sternit median leicht eingedrückt und daselbst kaum dichter als an den Seiten punktiert und beborstet, Hinterrand sehr flach ausgerandet; 7. Sternit mit wenig tiefem Mitteleindruck, darin fein und dicht punktiert und beborstet, Hinterrand sehr flach ausgerandet. 8. Sternit mit spitzwinkligem Ausschnitt, im Grunde gerundetem Ausschnitt nicht ganz im hinteren Drittel des Sternits (7: 26; s. a. u.). 9. Sternit apikolateral gesägt. 10. Tergit am Hinterrand abgerundet. Aedoeagus ( Abb. 240-242 View Abb ), Medianlobus dorsal mit zwei langen, dünnen Leisten, Apikalpartie des Medianlobus breit, vorn stark stempelförmig erweitert ( Abb. 262-266 View Abb ); im Innern ein breiter mit kleinen Häkchen/Zähnchen besetzter Innensack, ohne grössere Zähne; Parameren viel kürzer als der Medianlobus, an ihren Spitzen mit etwa 17 langen Borsten besetzt.

W e i b c h e n: 8. Sternit ( Abb. 300 View Abb ; vgl. a. u.). Valvifer apikal gesägt. 10. Tergit wie beim Männchen.

Kopf deutlich schmäler als die Elytren, Stirn ziemlich breit, insgesamt konkav eingesenkt, Längsfurchen scharf und tief, Mittelteil deutlich schmäler als jedes der, besonders hinten, gewölbten Seitenteile, längsbeulig erhoben, aber nicht die Höhe der Augeninnenränder erreichend; Punktierung überall grob und meist sehr dicht, mittlerer Punktdurchmesser fast so gross wie der apikale Querschnitt des 2. Fühlergliedes, Punktzwischenräume meist gratartig scharf, je ein kleiner, etwa punktgrosser Fleck neben dem hinteren Augeninnenrand (oft) und Teile der mittleren Längsbeule weitläufiger punktiert, aber genetzt ( Abb. 68 View Abb ). Fühler wenig, zurückgelegt fast den Hinterrand es Pronotums erreichend, vorletzte Glieder wenig länger als breit. Pronotum so lang wie breit, in den vorderen zwei Dritteln seitlich leicht konvex, hinten deutlich konkav verengt; längs der Scheibenmitte wird ein schmaler Eindruck deutlich, seitliche Unebenheiten fallen in der groben und dichten Skulptur weniger auf; die überwiegend furchige Skulptur ist sehr tief und sehr grob, in die Furchen würde das 2. Fühlerglied oft hineinpassen. Elytren subquadratisch, kaum breiter als lang, Seiten hinter den eckigen Schultern lang, gerade, kaum erweitert, im hinteren Fünftel mässig eingezogen, Hinterrand breit ausgerandet; Naht- und Schultereindruck deutlich; Skulptur ähnlich wie am Pronotum, die Punktzwischenräume aber weniger scharf, im Bereich um die Elytrenmakel herum fliessen die Punkte mehr oder weniger deutlich rosettenartig zusammen. Das kiellose Abdomen ist seitlich breit, leicht aufgebogen, gerandet, Paratergite 4 gut so breit wie die Hinterschienen an ihrer Basis (6), beim ♀ erheblich breiter, grob, einreihig punktiert; basale Querfurchen der vorderen Tergite sehr tief, Hinterrand des 7. Tergits mit deutlichem Hautsaum; Punktierung vorn wenig grob, dicht, auf dem 4. Tergit sind die Punkte so gross wie der mittlere Querschnitt des 3. Fühlergliedes, ihre Abstände seitlich viel kleiner als die Punkte, median auch manchmal punktgross; auf dem 7. Tergit sind die Punkte so gross wie der basale Querschnitt des 3. Fühlergliedes, ihre Abstände etwas grösser als die Punkte (Abb. 94, 130) An den Beinen sind die Hintertarsen mehr als drei Viertel schienenlang, ihr 1. Glied ist kaum länger als die beiden folgenden Glieder zusammengenommen, deutlich länger als das Klauenglied. Die Tergite sind deutlich genetzt, ebenso der Mittelteil der Stirn, die Punktzwischenräume des Vorderkörpers sind netzungsfrei.

Variabilität: Bei einem Weibchen (81 km NE Baeza) ist die Elytrenmakel etwas kleiner und die sie umgebende Rosette kaum ausgeprägt; bei einem anderen Weibchen ist die vorgezogene Apikalpartie des 8. Sternits stärker ausgeprägt; beim Männchen von Sierrazul ist der Medianlobus schlanker als bei den übrigen Männchen und die Elytren sind etwas schmäler; der apikale Ausschnitt des 8. Sternits der Männchen ist bei einigen Stücken (Oritoyacu) weniger tief als bei den meisten anderen Exemplaren (6: 26); das Männchen von Venezuela besitzt eine ähnlich grobe und dichter Abdominalpunktierung wie S. notipennis .- 16 von Ecuador: Sierrazul weicht von der Typenserie durch schlankere Gestalt (HW: 37; EW: 42,5), braune Elytren, fehlende Rosette derselben und schlankere Apikalpartie des Medianlobus ( Abb. 241 View Abb ) ab; ich habe es deshalb nicht als Paratypus gekennzeichnet.

D i f f e r e n z i a l d i a g n o s e: Diese neue Art ähnelt in ihrer groben Skulptur und im vergleichsweise grob punktierten Abdomen dem venezolanischen S. notipennis FAUVEL , unterscheidet sich aber von ihm durch weitläufigere Abdominalpunktierung (Abb. 94, vgl. Abb. 326) und breitere Gestalt. Der Aedoeagus beider Arten zeigt keine klaren Unterschiede. Zur Unterscheidung von den übrigen ähnlichen Arten vergleiche man die Bestimmungstabelle.

E ty mo l o g i e: Der Name dieser neuen Art bezieht sich auf ihren Elytrenmakel, die sich nicht auf die Elytrenseiten ausdehnt (Lat. simplicigutta = mit "einfacher" Makel).

IRSNB

Institut Royal des Sciences Naturelles de Belgique

SMNS

Staatliches Museum fuer Naturkund Stuttgart

AMNH

American Museum of Natural History

CNC

Canadian National Collection of Insects, Arachnids, and Nematodes

Kingdom

Animalia

Phylum

Arthropoda

Class

Insecta

Order

Coleoptera

Family

Staphylinidae

Genus

Stenus