Camisia borealis,

Sellnick, M. & Forsslund, K. - H., 1955, Die Camisiidae Schwedens (Acar. Oribat.), Arkiv för zoologi 8, pp. 473-530: 484-486

publication ID

ORI11096

persistent identifier

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treatment provided by

Thomas

scientific name

Camisia borealis
status

 

Camisia borealis  (Thorell) (Abb. 11)

1872 Öfv. Ak. Förh. 28: 697 Thorell ( Nothrus borealis  ) [20].

Länge 954-1010 µ, Breite 468-485 µ.

Farbe gelbbraun bis braun. Trocken sieht das Tier grau aus, weil die ganze Oberfläche einschliesslich der Beine mit einer leichten Schmutzschicht bedeckt ist. Diese, aus Cerotegument und Stäubchen bestehend, lässt sich nach Milchsäurebehandlung in Wasser ziemlich leicht ablösen.

Die Oberfläche des Prop ist mit Grübchen bedeckt. Die des Hyst hat flache, undeutliche Höcker, die zusammen das Muster einer Pflasterung ergeben.

Das Prop ist an seiner Basis kaum schmäler als das Hyst an seinem Vorderrande. Es ist vor den Bothr eingedrückt. Der dadurch gebildete Winkel ist ein stumpfer. Das Vorderende des Prop ist zugespitzt, Rost aber gerundet. Auf 2 kleinen Knötchen die auf dem Rost stehen, befinden sich die kurzen Rosth, die fast gerade und fast nach vorne gerichtet, nur wenig auswärts geneigt sind. Die Lamh sitzen auf recht grossen Apophysen, die am Grunde ziemlich breit, dann aber in der vorderen Hälfte stark verschmälert sind. Die Apophysen reichen bei normaler Körperstellung über das Rost hinaus. Ihre basale Entfernung voneinander entspricht der Breite der Basis der Apophysen. Das Lamh ist länger als ihre Apophyse, kräftig, zum grössten Teil mit sperrig abstehenden Dörnchen oder Börstchen gut besetzt. Die distale Hälfte der Haare ist nach innen oder etwas nach unten gebogen. Meist kreuzen sich die Haare. Es gibt keine Verbindung der Basen der Apophysen. Die Bothr sind nach aussen und oben gerichtete niedrige Chitinbecher. Sens ein Kolben auf dünnem Stiel, schräg nach oben und etwas nach vorne gerichtet. Das distale Ende der Keule ist mit kurzen, dicht neben einander in Längsrichtung gestellten Stäbchen besetzt. Ungefähr um die Breite der Bothr nach innen gestellt ist das Inth. Es ist winzig, kaum oder garnicht beborstet, meist nach innen gebogen. In Fortsetzung der Vorderkante der Bothr verläuft auf dem Raum zwischen Bothr und Lamh, auf die Innenkante der Lam-Apophysen gerichtet, ein niedriger Kiel, der aber die Lam bei weitem nicht erreicht. Die Grübchen zwischen den Schrägkielen und in der flachen Senke dahinter sind kaum zu erkennen, aber hinter den Apophysen deutlicher.

Die Rückenfläche des Hyst ist fast ein Rechteck. Der Vorderrand ist nur wenig konvex, die Seitenränder etwas wellig, der Hinterrand mit der üblichen trapezischen Senke oberseits, ein wenig konkav und unterhalb dieses konkaven Randteils mit einem Vorsprung von Trapezform, der kurz aber breit ist, mit einer kürzeren hinteren Grundlinie, die meist völlig gerade erscheint. Auf jeder Ecke dieser hinteren Grundlinie sitzt eine kurze Apophyse mit dem nach aussen gebogenen Haar PN 1. Dicht neben der vorderen und längeren Grundlinie des Trapezvorsprungs befindet sich eine weitere kurze Apophyse mit der ebenfalls nach aussen gebogenen Borste K 1. Unter der äussersten Hinterecke des Hyst sieht man eine kleine Apophyse mit der darauf sitzenden Borste PN 3. Sie ist meist nach hinten gerichtet und etwas nach innen gebogen. Auf dem Trapezfeld, das vor dem Hinterrande des Hyst auf dessen Oberseite eingedrückt ist, gibt es neben jeder Seite 2 Borsten. Die hintere ist PN 2 und die vordere könnte man wohl mit F 1 bezeichnen. Diese Borste ist bei den C. borealis  nahestehenden Arten der Gattung nicht vorhanden. In gleicher Höhe mit F 1 liegen nach aussen hin gla und F 2. Die Borsten am Vorderrande, C 1, C 2 und C 3 haben fast gleichen Abstand von einander. Dagegen stehen die beiden Borsten C 1 doppelt so weit voneinander entfernt wie C 1 von C 2. Die Abstände D 3-E 2 und E 2-F 2 sind grösser als C 3-D 3. Ebenso sind D 1-D 2 und D 2-E 1 grösser als C 1-D 1. Zwischen den Ansatzstellen der Borsten D 1-D 1, D 2-D 2 und E 1-E 1 und darüber hinaus laufen nach hinten bis zu den Vorderecken des versenkten Trapezes dicht innenseits der Borsten niedrige Rinnen. In Höhe der Borsten D 1 verbindet eine Querrinne die Längsvertiefungen. Alle Borsten der Rückenfläche und des Hinterrandes sind ziemlich kurz, aber kräftig und gut behaart oder bedornt.

Unterseite. Das Hyp hat 2 Haare von 36 µ Länge, etwa um die Breite des Basisrings des Haares vom Vorderrande des Gn entfernt eingesetzt. Das Haar in der Mitte der Maxillen ist winzig, vielleicht 4 µ lang. In Höhe des Palptrochanters und dicht neben ihm gibt es anscheinend keine Borste auf dem Maxillengliede. Doch sieht man an dieser Stelle 2 kurze, schmale Quervertiefungen im Panzer. Der äussere, hintere Teil der Maxillen ist etwas kräftiger chitinisiert und unterseits perforiert.

Die Ep jeder Körperseite sind mit einander verwachsen, aber jede Seite von der anderen breit getrennt. Die Beborstung der Ep hat die Formel 3-1-2-3. Jedoch ist dabei zu bemerken, dass die innerste der Borsten, die man zu Ep IV zählt, nicht auf der Platte selber steht, sondern auf der weichen Haut zwischen den beiden Ep. Sie sitzt auf einer kleinen Apophyse und ist länger und stärker als die anderen. In dieser Hinsicht ist C. borealis  nahe zu C. biverrucata  und C. horrida  zu setzen.

Die Zahl der Borsten auf jeder Genitalklappe beträgt 9. Die Borsten adg 1 und adg 2 sind vorhanden und stehen auf der weichen Haut zwischen G und Ag. Die Borsten OP 1 und OP 2 sind 80 µ von einander entfernt und stehen auf kleinen Apophysen.

Die Tarsen der Beine haben 3 gleiche Krallen.

Trägardh und andere haben C. borealis  als eine Varietät von C. horrida  betrachtet. Gewiss steht C. borealis  der Art sehr nahe. Wie aber aus der Figur und der Beschreibung hervorgehen dürfte, sind beide Arten verschieden. C. horrida  besitzt keine Borste F 1 auf der trapezischen Senke vor dem Hinterrand des Hyst. Auch hat der Vorsprung des Hinterrandes bei C. borealis  einen geraden oder fast geraden Hinterrand, während dieser bei C. horrida  eine deutliche Bucht aufweist.

Die Art ist bekannt aus Nordsibirien, Nowaja Zemlja, Jan Mayen, Spitzbergen und Grönland.

Fundorte in Schweden

Sk. Kullen 3.11. 1949. Von Flechten auf einem Stein (D).

Lu Lpm. Säkokhütte 6.7. 1903. Moos von der oberen Grenze der Flechtenzone (T).

T Lpm. Karsonjuonje, 1900, 1050 m ü.M. (T). - Abisko 1946 (D).