Musa acuminata

Brücher, Heinz, 1977, IV. Tropisches Obst und Gemüse, Tropische Nutzpflanzen: Ursprung, Evolution und Domestikation, Berlin, Heidelberg, New York: Springer Verlag, pp. 258-420: 362-363

publication ID

10.5281/zenodo.283229

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/6577C252-FFF5-5A4E-16EC-FA9CC73CE231

treatment provided by

Plazi

scientific name

Musa acuminata
status

 

Musa acuminata 

Diese ursprünglich asiatische Wildbanane wird auch im tropischen Amerika kultiviert, z. B. in Venezuela und Kolumbien unter dem Namen „Titiaro“ oder „Bocadillo“, auf den Antillen als „sucrier“, was auf ihren besonderen, delikaten Geschmack hinweist. Wegen ihrer dünnen Schale und ihres süßen Geschmacks ist sie bei Eingeborenen sehr beliebt. Außerdem ist sie resistent gegen Fusarium  (= Panama-Disease). In Afrika ist eine diploide Banane unter der Bezeichnung „ figue Sucre“ als Dessert- banane besonders geschätzt. Sie hat kurze Früchte mit einer sehr süßen Pulpe, eignet sich aber nicht zum Export. In Neuguinea erhalten sich diploide Bananenstauden immer noch in einer großen Anzahl von Biotypen.

Die diploiden Arten sind für unsere phylogenetischen Betrachtungen von hervorragender Wichtigkeit. Ihre Genome beteiligten sich am Zustandekommen von weltweit verbreiteten Kultivaren. Sie bilden nur kleine Früchte aus und haben eine große Menge hartschaliger Samen, so daß es nur wenig attraktiv erscheint, solche Früchte zu essen. Das erklärt uns, warum bei fortschreitender Domestikation das Auftreten der ersten parthenokarpen samenlosen Früchte in den Primitivkulturen Asiens von einschneidender Bedeutung war. M. balbisiana  hat von sich aus keine Parthenokarpie entwickelt. Doch brachte diese Art in Kreuzungen die Faktoren für Krankheitsresistenz, für besseren Stärkegehalt der Frucht und vor allem für mehr Fruchtsäure ein. Diese günstigen Eigenschaften von M. balbisiana  wurden erst verfügbar, nachdem sie in Tripionten eingekreuzt worden waren. Gute Eßbarkeit — verbunden mit der Abwesenheit von Samen — stammte von Musa acuminata 

. Sie ist in zahlreiche morphologische Rassen aufgespalten, denen man zeitweilig Subspecies-Rang verliehen hatte. Doch erscheint es viel zweckmäßiger, die Art als eine polymorphe Makrospecies zu betrachten, deren geographische Rassen von Neuguinea und Samoa bis nach Indonesien, Malaisia, den Philippinen und bis nach Südindien, also über ein enorm weites Areal, verbreitet sind.

Eßbare und wegen ihrer geringen Samenzahl attraktive Mutanten dürften bei dieser Spezies schon in der Frühzeit  der asiatischen Menschheit aufgetreten und selektiert worden sein. (Darunter befanden sich vielleicht auch triploide Biotypen, die besondere Wüchsigkeit entfalteten.)

Schließlich kreuzten sich beide Wildarten auch untereinander. M. balbisiana  (deren Stauden kräftiger sind als die von M. acuminata  ) hat ein begrenzteres Areal, das von Borneo über Burma, Siam, bis in die Vorberge des Himalaya reicht, demnach an mehreren Stellen die andere Wildspezies überlappt. Infolgedessen entstanden an verschiedenen Stellen Kreuzungen zwischen M. balbisiana  und M. acuminata  , und in ihrem Gefolge bildeten sich diploide, triploide und auch einige tetraploide Genomkombinationen aus.

Kingdom

Plantae

Phylum

Tracheophyta

Class

Liliopsida

Order

Zingiberales

Family

Musaceae

Genus

Musa