Platynothrus Berlese,

Sellnick, M. & Forsslund, K. - H., 1955, Die Camisiidae Schwedens (Acar. Oribat.), Arkiv för zoologi 8, pp. 473-530: 513-515

publication ID

ORI11096

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treatment provided by

Thomas

scientific name

Platynothrus Berlese
status

 

Platynothrus Berlese 

1913 Redia 9: 99.

Typische Art: Nothrus palliatus C. L. Koch  .

1839 C. M. A. 30, 4.

Die Gattung Platynothrus  wurde 1913 von Berlese [4] p. 99 mit Nothrus palliatus C. L. Koch  [13] als typische Art aufgestellt. Berlese schreibt dahinter (= N. bistriatus  ), was wohl bedeuten soll, dass er N. bistriatus  als ein Synonym von N. palliatus  betrachtet. Hinzugefügt sind N. punctatus  K. und N. peltifer  K.

Wenn Berlese wirklich der Ansicht war, dass N. palliatus  = N. bistriatus  sei, so wundert es uns, dass er nicht N. bistriatus  als typische Art nahm, die ein adultes Tier darstellt, während N. palliatus  eine Nymphe ist. Weder Nicolet noch Berlese haben erkannt, dass N. bistriatus  dieselbe Art ist wie N. peltifer C. L. Koch  . Nothrus palliatus  ist die Nymphe von N. peltifer C. L. Koch  . Diese Art ist früher beschrieben worden als N. palliatus  , müsste also deshalb als typische Art für die Gattung Platynothrus  berücksichtigt werden.

Trägardh hat 1910 [22] in der Tabelle p. 523 angegeben, dass das Rost der 3 Arten N. peltifer C. L. Koch  , N. punctatus L. Koch  und N. horridus (Herm.) var. borealis Thorell  zu jeder Seite eines mittleren, nasenartig erhöhten Teils einen tiefen Einschnitt hat. Er hat diesen Einschnitt auch für N. punctatus  (p. 525, Fig. 300) und für N. peltifer  (p. 533, Fig. 317) gezeichnet. Wie Willmann 1931 [24] erklärt, ist das nicht richtig. Es gibt zwar einen erhöhten breiteren Kiel in der Mitte des vorderen Teils des Rost. Aber neben diesem Kiel kann man jederseits nur eine Vertiefung der Oberfläche sehen, deren Grund heller als das umgebende Chitin, also wohl dünnhäutiger ist. Trägardh hat sich durch die hellen Partien täuschen lassen. Ebenso hat Sellnick sich geirrt [17] p. 19.

Willmann hat in seiner Tabelle [24] p. 109 für die Gattungen Platynothrus  und Heminothrus  die "scheinbaren Einschnitte" als unterscheidendes Merkmal gegen Nothrus  mit einer Kerbe in der Mitte des Rost-Randes genommen. Das ist gewiss richtig. Aber ein deutliches Merkmal ist es gerade nicht. Sellnick hat nach anderen Merkmalen gesucht und auch eins gefunden, das allein den Arten der Gattung Platynothrus  eigen ist.

Schon Michael [15] hat festgestellt, dass bei gewissen Arten von Oribatiden sich unterhalb der Bothr im Innern des Prop schlauchähnliche oder anders gestaltete Gebilde befanden und hat auf Tafel D einige davon abgebildet. Dabei befindet sich auch das von N. palustris  (Fig. 13). Wir sehen dort eine Anzahl von nebeneinander liegenden Schläuchen, die Michael "air-sacs" nennt, deren Funktion er aber im Text nicht zu erklären vermag. Man kann diese Gebilde bei weiteren Nothrus-Arten erkennen, nicht nur bei N. palustris  .

Bei Untersuchungen dieses Prop-Teils fand Sellnick, dass bei den Platynothrus-Arten unterhalb der Bothr Gebilde vorhanden waren, welche die Form eines gewundenen Sackes hatten, und will sie zu den Gattungsmerkmalen rechnen, obwohl es andere Merkmale gibt, welche die Zusammengehörigkeit der genannten Arten in Frage stellen könnten.

Der sackförmige innere Anhang unter den Bothr ist bei aufgehellten Präparaten schon durch den Panzer des Prop hindurch gut zu erkennen und am besten bei P. thori (Berlese)  . Berlese hat diese Art zu Heminothrus  gestellt und die Autoren nach ihm sind darin gefolgt. Sellnick zweifelte von jeher daran, dass diese Art in die Gattung Heminothrus  hineingehört. Weniger gross sind die sackförmigen Anhänge unter den Bothr von P. peltifer  , P. punctatus  und P. capillatus var. septentrionalis  , aber immerhin auch von oben her im Präparat zu erkennen. Man sieht immer einen Blindsack, der nach vorne oder nach vorne und unten gerichtet ist und einen anderen, der mit ihm in Verbindung steht, aber nach innen zeigt. Noch deutlicher wird die Form dieses Gebildes in einem Teilpräparat der Innenseite des Prop.

Man könnte einwenden, dass die genannten vier Arten im Aussehen der Oberfläche des Hyst Verschiedenheiten aufweisen, welche eine Zugehörigkeit zu der gleichen Gattung bezweifeln lässt. P. peltifer  und P. punctatus  haben in der Mitte der Rückenfläche des Hyst Längskiele. Bei P. capillatus  sind sie nur im vorderen Teile der Fläche vorhanden, bei der var. septentrionalis  kaum angedeutet oder fehlend, wie auch bei P. thori  .

In einer Hinsicht nimmt P. thori  allerdings eine Sonderstellung, nicht nur unter den Arten der Gattung Platynothrus  , sondern auch unter allen Camisiidae  ein: alle Ep der einen Seite sind mit allen der anderen verwachsen. Es gibt keine Kerbe, die sich vom Genitalfelde aus zwischen die Ep schiebt. Der Hinterrand des Ep-Feldcs ist ganzrandig. Ob dieses Merkmal ausreicht, um für P. thori  eine besondere Gattung aufzustellen, lassen wir dahingestellt sein.

Gattungsdiagnose

Vorderrand des Prop ganzrandig. Durch eine breit kielartige Erhöhung in der Mitte des Rost und durch eine jederseits daneben liegende Senke, deren Grund sehr hell ist, wurden zwei Kerbungen vorgetäuscht.

Unterhalb der Bothr im Innern des Prop ein sackförmiges, gewundenes Gebilde mit meist 2 gerundeten Enden.

Exbh vorhanden, aber fein.

Hyst mit etwas konvexen Seitenrändern. In der Mitte der MF bisweilen 2 Längskiele.

Die vier Ep auf jeder Körperseite zusammengewachsen. Die Ep I-II-III der einen Seite mit denen der anderen verwachsen. Die Ep IV durch einen Spalt voneinander getrennt. Eine Ausnahme bildet P. thori  , wo alle Ep der einen mit allen der anderen verschmolzen sind.

Am Innenrande der Genitalklappen 12 Borsten und mehr. G hat in der Mitte seiner Länge eine helle Querbinde, die Andeutung einer Teilung.

Auf der Innenkante von Ag die beiden Borsten adg 1 und adg 2.

Der weichhäutige Raum hinter der Analöffnung ist hinten zugespitzt.

Tarsen einkrallig.