Stenus pinguedineus nov.sp. (Abb. 6, 21, 46, 76, 97, 155)

M a t e r i a l: Holotypus (♂): Sichuan: Gongga Shan, Hailuoguo, in front of glacier 1, 2800m, 29 o 35’N, 102 o 00’E, 9.VII.1996, Smetana, Farkač & Kabálek ; Paratypen: 1♂, 1♀: Sichuan: Wenchuan Co., Wolung, 28.-29.VII.2001, Li & Zhao. - HT in coll. Smetana (NMNST), PTT in der SHNU und in cP.

B e s c h r e i b u n g: Makropter, schwarz, Elytren im hinteren Aussenviertel mit der Andeutung einer kleinen Aufhellung, fettig glänzend (Abb. 46); Vorderkörper grob bis sehr grob, dicht, selten leicht rugos punktiert, Abdomen vorn mässig grob und ziemlich dicht, hinten fein und ziemlich dicht punktiert; Beborstung kurz, anliegend. Paraglossen oval. An den Kiefertastern die ersten beiden Glieder gelblich, das 3. Glied mittelbraun, Fühlerbasis hellbraun, die Keule dunkler, Beine rötlichbraun, Knie (kurz) und Tarsengliedspitzen braun. Clypeus schwarz, lang, glänzend beborstet, Oberlippe dunkelbraun, hellergesäumt. Abdomen seitlich mässig breit gerandet, 4. Tarsenglied tief gelappt.

Länge: 3,5-4,2mm (Vorderkörperlänge: 2,0mm).

PM des HT: HW: 32,5; DE: 18; PW: 26,5; PL: 27; EW: 35,5; EL: 36,5; SL: 29.

Männchen: Mittelschienen mit deutlichem Apikaldorn, Hinterschienen mit kleinem Präapikaldorn. Metasternum flach eingedrückt, mässig fein und ziemlich dicht auf flach genetztem Grund punktiert und beborstet (Abb. 76). Vordersternite einfach, 6. Sternit in der hinteren Mitte feiner und dichter als an den Seiten punktiert und beborstet, 7. Sternit in der hinteren Mitte eingedrückt und daselbst sehr fein und sehr dicht punktiert und beborstet, Hinterrand mässig flach ausgerandet. 8. Sternit mit spitzwinkligem Ausschnitt etwa im hinteren Sechstel des Sternits. 9. Sternit apikolateral gesägt. 10. Tergit am Hinterrand abgerundet. Aedoeagus im Umriss wie bei S. oculivestis nov.sp. (Abb. 176; und auch wie bei S. arisanus CAMERON), die Apikalpartie des Medianlobus aber deutlich kürzer als lang, Ausstülphaken kürzer, breiter (Abb. 155); Parameren mit 16-19 langen Borsten.

Weibchen: 8. Sternit am Hinterrand kontinuierlich abgerundet. Valvifer apikal gesägt. 10. Tergit wie beim Männchen. Spermatheka wie bei S. oculivestis nov.sp. (vgl. Abb. 229). Kopf deutlich schmäler als die Elytren, Stirn breit, mit deutlichen, aber wenig tiefen Längsfurchen, Mittelteil so breit wie jedes der Seitenteile, flachrund erhoben, leicht das Niveau der Augeninnenränder überragend; Punktierung grob und überwiegend sehr dicht, mittlerer Punktdurchmesser grösser als der apikale Querschnitt des 3. Fühlergliedes, Punktzwischenräume viel kleiner als die Punktradien, nur auf dem First des Mittelteils grösser, hier bis punktgross (Abb. 6). Fühler mässig lang, zurückgelegt nicht ganz den Hinterrand des Pronotums erreichend, vorletzte Glieder wenig länger als breit. Pronotum etwa so lang wie breit, knapp hinter der Mitte am breitesten, von dort seitlich nach vorn konisch (bis flachkonvex) verengt, nach hinten konkav eingeschnürt; ausser einem deutlichen Mitteleindruck sind auch seitliche Schrägeindrücke in mittlerer Höhe erkennbar; Punktierung mindestens so grob wie auf der Stirn, die grössten Punkte so gross wie der apikale Querschnitt des 2. Fühlergliedes, Punktzwischenräume seitlich deutlich kleiner, auf der Scheibe auch manchmal so gross wie die Punktradien (Abb. 21). Elytren subquadratisch, Schultern eckig, Seiten nach hinten lang, gerade, kaum erweitert, im hinteren Viertel mässig eingezogen, der Hinterrand breit ausgerandet; Naht- und Schultereindruck sehr flach; Punktierung sehr grob, seitlich dichter als in der Nahthälfte, mittlerer Punktdurchmesser gut so gross wie der grösste Querschnitt des 2. Fühlergliedes, Punktzwischenräume aussen kleiner, innen etwa so gross wie die Punktradien, im Bereich der kaum erkennbaren Makel hin und wieder kurz zusammenfliessend (Abb. 46). Abdomen gewölbt, Paratergite mässig breit, leicht ventrad geneigt, diejenigen des 4. Tergits so breit wie das 1. Fühlerglied, mit einer dichten Reihe ziemlich grober Punkte versehen; basale Querfurchen der vorderen Tergite tief, 7. Tergit mit deutlichem apikalem Hautsaum; auf dem 4. Tergit sind die Punkte so gross wie der mittlere Querschnitt des 3. Fühlergliedes, ihre Abstände fast punktgross, auf dem 7. Tergit sind sie wenig kleiner als der basale Querschnitt des 3. Fühlergliedes, ihre Punktabstände gut punktgross (Abb. 97). An den Beinen sind die Hintertarsen gut zwei Drittel schienenlang, ihr 1. Glied ist wenig länger als die beiden folgenden Glieder zusammengenommen, deutlich länger als das Klauenglied; das 4. Glied ist tief gelappt. Die gesamte Oberseite ist sehr dicht genetzt, der Vorderkörper tiefer als das Abdomen; diese Netzung verleiht dem Insekt einen fettigen Glanz.

D i f f e r e n z i a l d i a g n o s e: DieseneueArtgehörtindie S. virgula -Gruppe und ist hier nahe mit S. arisanus CAMERON und S. oculivestis nov.sp. verwandt. Von beiden unterscheidet sie sich durch ihre fast fehlende Elytrenmakel, weniger dichte, gröbere Punktierung des Vorderkörpers, weitläufigere Punktierung des Abdomens (vgl. Abb. 96, 106) und durch ihren auffälligen Fettglanz, abgesehen von der Gestalt ihrer aedoeagalen Ausstülphaken.

E t y m o l o g i e: Der Name bezeichnet ihren Fettglanz (Lat. pinguedineus = fettig).