Bisnius parcus (SHARP, 1874)

( Staphylinidae) ist ein expansives ostpaläarktisches Faunenelement, das sich adventiv über Teile Australiens und Nordamerikas und seit der Mitte des 20. Jahrhunderts auch über fast ganz Europa ausgebreitet hat (SCHILLHAMMER 2012: 403). Nach BLEICH (et al. 2020) ist B. parcus über ganz Deutschland verbreitet, aber offenbar sehr selten ausgenommen die norddeutsche Tiefebene. Funde aus Hessen sind HOFMANN (2020) unbekannt. Die meist nidikolen Arten der Gattung Bisnius besiedeln Kleinsäugerbauten und Vogelnester in Baumhöhlen und lassen sich mit Taubenmist ködern (vgl. SCHILLHAMMER 2012: 399). Der erste hessische Nachweis des B. parcus gelang am 15.10.2020 in einer ausgetrockneten, einen starken Bodensatz aus verwesenden Fliegen und Nachtfaltern aufweisenden Eklektorfalle (Expositionsdauer vier Wochen) am südlichen Waldrand des Haimbergs im Übergang zum verbuschten Halbtrockenrasen (Wacholderhang) in Gesellschaft weiterer saprophiler Käferarten (z. B. Histeridae gen. spec., Nicrophorus spec., Philonthus spec., Aleochara spec., Dermestes spec.). SCHMIDL & BÜCHE (im Druck) stufen die Art in der Roten Liste der Käfer Deutschlands als häufig (h) und ungefährdet ein.