Oligota inexspectata WILLIAMS, 1994
( Staphylinidae, Abb. 1) wurde erst in den 1990er Jahren nach Exemplaren aus der Schweiz wissenschaftlich beschrieben (WILLIAMS 1994). Die Art wurde mittlerweile auch aus Dänemark, Deutschland, Finnland und Polen bekannt (vgl. SCHÜLKE & SMETANA 2015: 658) und scheint europäisch verbreitet zu sein. Der Erstnachweis für Deutschland erfolgte bei Hameln in Niedersachsen (Dütberg, 1988–1990 [ASSING 1994: 13, 1995]). Seitdem wurden nur zwei weitere deutsche Nachweise von der Ostseeküste in Schleswig-Holstein (NSG Graswarder, 2012 [GÜRLICH 2013: 15]) und aus der Eifel in Rheinland-Pfalz (Wollmerath, 30.09.1996 [MATERN & WENZEL 1996: 126]) bekannt. Die Fundhabitate deuten auf Xerothermophilie hin (Sandmagerrasen auf Strandwall [GÜRLICH 2013: 11], xerothermer Magerrasen auf Sand, Kies und Löss [ASSING 1994: 9], südexponierter Schieferhang [MATERN & WENZEL 1996: 115]). Auf dem Haimberg wurde ein Männchen von O. inexspectata am 29.10.2019 auf dem südwestexponierten, wärmebegünstigten Halbtrockenrasen auf Muschelkalk (vgl. FRISCH 2019: 54, 55) aus Bestandsabfall gesiebt. In der Roten Liste der Käfer Deutschlands (SCHMIDL & BÜCHE, im Druck) wird die Art als extrem selten (es) eingestuft, aufgrund fehlender Datengrundlage aber keiner Gefährdungskategorie zugeordnet.