Orobanche lutea Baumg.

Gelber Würger

Art ISFS: 285700 Checklist: 1031880 Orobanchaceae Orobanche Orobanche lutea Baumg.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 30-45 cm hoch, auf Medicago und Melilotus . Stängel hellgelb bis braun. Krone 25-30 mm lang, Rücken gerade, vorn gebogen, gelb, oft rotbraun überlaufen, mit hellen Drüsen . Zipfel der Unterlippe +/- gleich. Staubfäden 3-5 mm über dem Grund eingefügt, bis über die Mitte behaart. Narbe gelb. Kelch aus 2 meist 2teiligen, +/- freien Hälften . Tragblatt 2/3 bis fast so lang wie die Blüte .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5-6

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Lockere Trockenwiesen, meist auf Kalk / kollin-montan / SG+GR (Rheintal), SH, LU, UW, SO, VS, TI. (Vuache)

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 242-44 + 4.k*.vp.2n=38

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Parasitische Arten, fehlende Kenntnisse Ungeeignete Pflege (zu frühe Mahd, fehlende Mahd) Wenige isolierte Vorkommen Eutrophierung ( Düngung) Rückgang geeigneter Lebensräume (Magerwiesen) mit grossen Beständen an Medicago falcata

Ökologie

Lebensform Zwei- bis wenigjährige Pflanze (monokarp), Parasit

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum ( Geranion sanguinei)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig trockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Orobanche lutea Baumg.

Volksname Deutscher Name: Gelber Würger, Gelbe Sommerwurz Nom français: Orobanche jaune Nome italiano: Succiamele prataiolo

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Orobanche lutea Baumg.Checklist 2017285700
=Orobanche lutea Baumg.Flora Helvetica 20011865
=Orobanche lutea Baumg.Flora Helvetica 20121749
=Orobanche lutea Baumg.Flora Helvetica 20181749
=Orobanche lutea Baumg.Index synonymique 1996285700
=Orobanche lutea Baumg.Landolt 19772742
=Orobanche lutea Baumg.Landolt 19912227
=Orobanche lutea Baumg.SISF/ISFS 2285700
=Orobanche lutea Baumg.Welten & Sutter 19821580

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: D

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)stark gefährdet (Endangered)D
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)D
Alpennordflanke (NA)stark gefährdet (Endangered)D
Alpensüdflanke (SA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Östliche Zentralalpen (EA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)C2a(i)
Westliche Zentralalpen (WA)stark gefährdet (Endangered)D

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände0 - Überwachung ist nicht nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
SHVollständig geschützt(06.03.1979)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
Schweiz--
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Parasitische Arten, fehlende Kenntnisse Förderung und Initiierung von wissenschaftlichen Arbeiten (Bachelor, Master) zur

Ökologie

der Art, um das Wissen zu erweitern und den Schutz zu ermöglichen Kontrolle aller Orobanche-Fundstellen und Bestimmung der Art mit Hilfe eines Experten Ungeeignete Pflege (zu frühe Mahd, fehlende Mahd) Abwechselndes Mähen, mindestens alle zwei Jahre nach dem Fruchtansatz Mähgut möglichst sorgfältig und umgehend von der Fläche entfernen Erhaltung kleiner offener Bodenflächen, um Mikro-Klima zu schaffen, die der Entwicklung von Orobanche förderlich sind Optimalen Schnittzeitpunkt wählen zur Ausbreitung von Medicago falcata als Wirtspflanzen, zur Verbreitung der Samen aus den Fruchtständen, zur Förderung des Mikroklimas und zur Ausmagerung. Wenige isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandskontrollen (Monitoring) Suche nach der Art in anderen potenziellen Gebieten Förderung der Wirtspflanzen Medicago sativa (April bis Anfang Mai Konkurrenzpflanzen selektiv ausmähen oder manuell auszupfen, Ende September bis Anfang Oktober wiedermähen, Verringerung der Weiden, da die Wirtspflanzen schnell eliminiert werden) Samen von verschiedenen Fundstellen für zukünftige Artenschutzprojekte sammeln Ansaat der Art in Medicago falcata Bestaende in geeigneten Lagen mit autochthonem Saatgut Eutrophierung ( Düngung) Reduzierte Düngung, d.h. maximal 1/3 der Normdüngung Rückgang geeigneter Lebensräume (Magerwiesen) mit grossen Beständen an Medicago falcata Foerdern spät gemähter Magerwiesen, - Säumen, -Waldlichtungen mit viel Medicago falcata in trockenen warmen Lagen Mehr Informationen K. Luder, 2023: Leitfaden Orobanche-Förderung,Sammeln und Aussaat von bedrohten oder lokal ausgestorbenen Sommerwurz-Arten