Orobanche lucorum F. W. Schultz

Berberitzen-Würger

Art ISFS: 285600 Checklist: 1031860 Orobanchaceae Orobanche Orobanche lucorum F. W. Schultz

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 15-30 cm hoch, auf Berberis, seltener auf Rubus . Wie O. flava, aber Krone stets bräunlich-gelb, Oberlippe mit gerade vorgestreckten, feindrüsig bewimperten Lappen (bei O. flava Lappen +/- kahl und zuletzt zurückgeschlagen), Staubfäden 2-3 mm über dem Grund der Kronröhre eingefügt, Kelchhälften 2nervig, so lang wie die Kronröhre . Griffel fast kahl (bei O. flava reich drüsenhaarig).

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 7-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Standort wie Berberis (Nr. 215) / (kollin-)montan(-subalpin) / GR, SG, VS

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mittel- und südeuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 333-34 + 4.k*.vp.2n=38

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Parasitische Arten, fehlende Kenntnisse Eutrophierung ( Düngung) Ungeeignete Pflege Wenige isolierte Vorkommen Beseitigung oder Überweidung von Berberis vulgaris Bestaenden insbesondere im Bereich von Trockenwiesen etc. in Auen von alpinen Flüssen

Ökologie

Lebensform Zwei- bis wenigjährige Pflanze (monokarp), Parasit

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

5.3.2 - Trockenwarmes Gebüsch (Berberidion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig feuchtLichtzahl LhalbschattigSalzzeichen--
Reaktionszahl Rschwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl Nmässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Orobanche lucorum F. W. Schultz

Volksname Deutscher Name: Berberitzen-Würger, Berberitzen-Sommerwurz Nom français: Orobanche de l'épine-vinette Nome italiano: Succiamele del crespino

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Orobanche lucorum F. W. SchultzChecklist 2017285600
=Orobanche lucorum F. W. SchultzFlora Helvetica 20011862
=Orobanche lucorum F. W. SchultzFlora Helvetica 20121746
=Orobanche lucorum F. W. SchultzFlora Helvetica 20181746
=Orobanche lucorum F. W. SchultzIndex synonymique 1996285600
=Orobanche lucorum F. W. SchultzSISF/ISFS 2285600
=Orobanche lucorum F. W. SchultzWelten & Sutter 19821585

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)--
Mittelland (MP)--
Alpennordflanke (NA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Alpensüdflanke (SA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Östliche Zentralalpen (EA)stark gefährdet (Endangered)C2a(i)
Westliche Zentralalpen (WA)ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände0 - Überwachung ist nicht nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
Schweiz--

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen
Umweltziele für die Waldbewirtschaftung:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Parasitische Arten, fehlende Kenntnisse Förderung und Initiierung von wissenschaftlichen Arbeiten (Bachelor, Master) zur

Ökologie

der Art, um das Wissen zu erweitern und den Schutz zu ermöglichen Kontrolle aller Orobanche-Fundstellen und Bestimmung der Art mit Hilfe eines Experten Eutrophierung ( Düngung) Reduzierte Düngung, d.h. maximal 1/3 der Normdüngung Ungeeignete Pflege Pflege von Hecken und Gebüschrändern Wenige isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandskontrollen (Monitoring) Suche nach der Art in anderen potenziellen Gebieten Förderung der Wirtspflanzen Berberis Samen von verschiedenen Fundstellen für zukünftige Artenschutzprojekte sammeln Beseitigung oder Überweidung von Berberis vulgaris Bestaenden insbesondere im Bereich von Trockenwiesen etc. in Auen von alpinen Flüssen Erhaltung von Berberis vulgaris Bestaenden, insbesondere im Bereich von Trockenwiesen etc. in Auen von alpinen Flüssen Mehr Informationen K. Luder, 2023: Leitfaden Orobanche-Förderung,Sammeln und Aussaat von bedrohten oder lokal ausgestorbenen Sommerwurz-Arten