Pedicularis gyroflexa Vill.

Gedrehtes Läusekraut

Art ISFS: 294300 Checklist: 1032810 Orobanchaceae Pedicularis Pedicularis gyroflexa Vill.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 15-25 cm hoch, bogig aufsteigend oder aufrecht, gleichmässig kurz und dicht behaart. Blätter bis auf die Mittelrippe fiederschnittig, mit fiederspaltigen Abschnitten. Blüten in kurzem, dichtem Blütenstand, bis zu 90° um ihre Achse gedreht. Krone hellpurpurn, 24-32 mm lang, Oberlippe in einen breiten, 2-3 mm langen Schnabel verschmälert, ohne Zähne, Unterlippe bewimpert. Frucht etwa so lang wie der Kelch. Kelch bis zur Mitte eingeschnitten, Kelchzipfel beidseits dicht behaart.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Steinige Hänge, Felsen, auf Kalk / subalpin-alpin / VS (Gr. St. Bernhard), südliches TI

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Westalpin-pyrenäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 252-524.h.hp.2n=16

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Zerstörung des Lebensraums (anthropogene Aktivität) Kleine, isolierte Vorkommen Ungeeignete Bewirtschaftung (intensive Nutzung, oder Aufgabe der Nutzung)

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt, Halbparasit

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.3.1 - Blaugrashalde (Seslerion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig trockenLichtzahl Lsehr hellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rbasisch (pH 6.5->8.5)Temperaturzahl Tsubalpin ( Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Pedicularis gyroflexa Vill.

Volksname Deutscher Name: Gedrehtes Läusekraut, Bogenblütiges Läusekraut Nom français: Pédiculaire arquée Nome italiano: Pedicolare spiralata

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Pedicularis gyroflexa Vill.Checklist 2017294300
=Pedicularis gyroflexa Vill.Flora Helvetica 20011821
=Pedicularis gyroflexa Vill.Flora Helvetica 20121797
=Pedicularis gyroflexa Vill.Flora Helvetica 20181797
=Pedicularis gyroflexa Vill.Index synonymique 1996294300
=Pedicularis gyroflexa Vill.Landolt 19772680
=Pedicularis gyroflexa Vill.Landolt 19912175
=Pedicularis gyroflexa Vill.SISF/ISFS 2294300
=Pedicularis gyroflexa Vill.Welten & Sutter 19821558

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: D2

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)--
Mittelland (MP)--
Alpennordflanke (NA)--
Alpensüdflanke (SA)verletzlich (Vulnerable)D2
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)verletzlich (Vulnerable)D2

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände0 - Überwachung ist nicht nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
Schweiz--

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Zerstörung des Lebensraums (anthropogene Aktivität) Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate) Vermeidung von Störungen des Lebensraums Kleine, isolierte Vorkommen Regelmässige Bestandeskontrollen Sensibilisierung von Wanderern Ungeeignete Bewirtschaftung (intensive Nutzung, oder Aufgabe der Nutzung) Förderung der extensiven Nutzung oder Entbuschung Da das regelmässige Entbuschen für diese Art wichtig ist, entsteht im Vorkommensgebiet ein Interessenkonflikt mit Salix glabra. Gute Balance zwischen offenen Flächen und Salix glabra Beständen finden