Dactylorhiza lapponica (Hartm.) Soo

Lappländische Fingerwurz

Art ISFS: 132500 Checklist: 1014750 Orchidaceae Dactylorhiza Dactylorhiza lapponica (Hartm.) Soo

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie D. majalis, aber nur 10-30 cm hoch, Blütenstand locker und nur mit 5-15 Blüten, Blätter nur 2-5 (meist 3), abstehend, Lippe 3lappig bis herzförmig (bei D. majalis meist mit längerem Mittellappen), Sporn kegelförmig, waagrecht oder leicht abwärts gebogen (bei D. majalis relativ dick, zylindrisch bis kegelförmig, schwach abwärts gebogen). Die Art steht zwischen D. majalis und D. traunsteineri (Nr. 2560) .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Flach- und Hangmoore, lehmige Rutschhänge / montan-subalpin / A, vereinzelt J und M

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mittel- und nordeuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 4w + 33-42 + 3.g.2n=80

Status

Status IUCN: Potenziell gefährdet

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 2 - Mittel Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen Verlust des Lebensraums (Drainierung von Feuchtgebieten) Ungeeignete Pflege (Mahd vor dem Absamen, Mahd der Strassenränder während der Vegetationszeit) Beweidung von Kleinvorkommen Einwachsen, Nutzungsaufgabe Unwissenheit Eutrophierung ( Hofdüngergaben auf Magerwiesen)

Ökologie

Lebensform Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

2.2.5 - Schwemmufervegetation alpiner Wildbäche (Caricion bicolori-atrofuscae)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl F--Lichtzahl L--Salzzeichen--
Reaktionszahl R--Temperaturzahl T--
Nährstoffzahl N--Kontinentalitätszahl K--

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse1 - Zusatz- oder Nebenlebensraum
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Dactylorhiza lapponica (Hartm.) Soo

Volksname Deutscher Name: Lappländische Fingerwurz Nom français: Orchis de Laponie Nome italiano: Orchide della Lapponia

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Dactylorhiza lapponica (Hartm.) SooChecklist 2017132500
=Dactylorhiza lapponica (Hartm.) SooFlora Helvetica 20012976
=Dactylorhiza lapponica (Hartm.) SooFlora Helvetica 20122562
=Dactylorhiza lapponica (Hartm.) SooFlora Helvetica 20182562
=Dactylorhiza lapponica (Hartm.) SooIndex synonymique 1996132500
=Dactylorhiza lapponica (Hartm.) SooSISF/ISFS 2132500

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Potenziell gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A2c; B2b(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)D2
Mittelland (MP)verletzlich (Vulnerable)A4c
Alpennordflanke (NA)potenziell gefährdet (Near Threatened)A2c; B2b(iii)
Alpensüdflanke (SA)potenziell gefährdet (Near Threatened)A2c; B2b(iii)
Östliche Zentralalpen (EA)potenziell gefährdet (Near Threatened)A2c; B2b(iii)
Westliche Zentralalpen (WA)potenziell gefährdet (Near Threatened)A2c; B2b(iii)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf0 - Kein Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung2 - Mittel
Überwachung Bestände0 - Überwachung ist nicht nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
BEVollständig geschützt(01.01.2016)
FRVollständig geschützt(12.03.1973)
GLVollständig geschützt(07.05.2006)
GRVollständig geschützt(01.12.2012)
SchweizVollständig geschützt
ZGVollständig geschützt(01.10.2013)
ZHVollständig geschützt(03.12.1964)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
AIVollständig geschützt(13.03.1989)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Kontrolle und Überwachung der Entwicklung von Vorkommen Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Verstärkung bestehender Populationen Gründung von Trittsteinen im Abstand ≤ 5km Verlust des Lebensraums (Drainierung von Feuchtgebieten) Keine neuen Drainagen und keine Sanierungen in den Vorkommensgebieten bewilligen Koordination mit kantonaler Strukturverbesserung Priorität für die Erhaltung von Feuchtgebieten und die Erhaltung der Flora in diesen Lebensräumen Ungeeignete Pflege (Mahd vor dem Absamen, Mahd der Strassenränder während der Vegetationszeit) Mähen nach dem Absamen ( abhängig von Höhe und Exposition ≥ August) Markierung und Schonung von Vorkommen bei frühem Mähen Beweidung von Kleinvorkommen Auszäunen oder Einzelpflanzenschutz ( ordnungsgemäße Pflege des umzäunten Bereichs) Einwachsen, Nutzungsaufgabe Offenhaltung von Weidestandorten Entbuschung nur soweit, dass der Standort nicht austrocknet jährliche Nutzung fördern Unwissenheit Grundbesitzer über Vorkommen und geeignete Pflege informieren Bewirtschaftungsverträge abschliessen Eutrophierung ( Hofdüngergaben auf Magerwiesen) Einleitung von Sickerwasser aus dem Landwirtschaftsgebiet vermeiden Bewirtschaftungsverträge Mehr Informationen W. Vöth, 1993: Dactylorhiza lapponica (HARTM.) SOO ( Orchidaceae) in Niederösterreich, Verh. Zool.-Bot. Ges. Österreich 130: 95-98