Ophrys apifera Huds.

Bienen-Ragwurz

Art ISFS: 277950 Checklist: 1031070 Orchidaceae Ophrys Ophrys apifera Huds.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 20-40 cm hoch, wenigblütig . Die 3 äusseren Perigonblätter rosa oder weiss, mit grünem Mittelnerv, behaart. Lippe 2/3 bis 3/4 so lang wie die äusseren Perigonblätter, rundlich, nach vorn gewölbt, 3lappig, samtig, Seitenlappen gelb behaart. Mittellappender Lippe dunkelbraun mit heller Musterung, unten mit gelbgrünen Anhängsel . Kein Sporn. Selbstbestäubt Pflanze, Blüten sehr formenreich.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5-6

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Kalkhaltige Magerwiesen / kollin-montan / J, M, AN, seltener AS

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mediterran

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 2w + 52-34 + 2.g.2n=36

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Ungeeignete Pflege (Mahd der Weg- und Strassenränder während der Vegetationszeit, Mahd vor dem Absamen) Kleine isolierte Vorkommen Zerstörung des Lebensraums ( Bautätigkeit) Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensive Beweidung zwischen Mai und Juli, Beweidung von Kleinvorkommen) Eutrophierung ( Hofdüngergaben auf Magerwiesen) Sammeln, Ausgraben von Pflanzen, Tritt, Zerstörung durch Fotografen Unwissenheit Wildfrass (Wildschwein, Dachs, Schalenwild) Nutzungsaufgabe, Sukzession, Konkurrenz Zu hohe Vegetation im Winterhalbjahr

Ökologie

Lebensform Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.2.4 - Mitteleuropäischer Halbtrockenrasen (Mesobromion)
4.2.4 - Mitteleuropäischer Halbtrockenrasen (Mesobromion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl F--Lichtzahl L--Salzzeichen--
Reaktionszahl R--Temperaturzahl T--
Nährstoffzahl N--Kontinentalitätszahl K--

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Ophrys apifera Huds.

Volksname Deutscher Name: Bienen-Ragwurz Nom français: Ophrys abeille Nome italiano: Ofride fior delle Api

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Ophrys apifera Huds.Checklist 2017277950
=Ophrys apifera Huds.Flora Helvetica 20122549
=Ophrys apifera Huds.Flora Helvetica 20182549-2550
=Ophrys apifera Huds.SISF/ISFS 2277950

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)B2ab(iii)
Mittelland (MP)verletzlich (Vulnerable)B2ab(iii)
Alpennordflanke (NA)verletzlich (Vulnerable)B2ab(iii)
Alpensüdflanke (SA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Östliche Zentralalpen (EA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)D
Westliche Zentralalpen (WA)stark gefährdet (Endangered)D

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
AGVollständig geschützt(01.01.2010)
AIVollständig geschützt(13.03.1989)
BEVollständig geschützt(01.01.2016)
BLVollständig geschützt(01.01.2012)
FRVollständig geschützt(12.03.1973)
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
GLVollständig geschützt(07.05.2006)
GRVollständig geschützt(01.12.2012)
JUVollständig geschützt(06.12.1978)
SchweizVollständig geschützt
NEVollständig geschützt(01.08.2013)
OWVollständig geschützt(01.04.2013)
SOVollständig geschützt(23.02.1972)
URVollständig geschützt(01.07.2009)
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
ZGVollständig geschützt(01.10.2013)
ZHVollständig geschützt(03.12.1964)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z* - Zielart (Expert-Einstufung)weitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Ungeeignete Pflege (Mahd der Weg- und Strassenränder während der Vegetationszeit, Mahd vor dem Absamen) Mähen nach dem Absamen ( abhängig von Meereshöhe und Exposition ≥ August) Geeignete Eisenbahnböschung spät mähen und nicht mulchen Kleine isolierte Vorkommen Schutz der Vorkommen (evtl. mit Mikroreservaten) Verstärkung mit Pflanzen aus ex situ Kulturen (nur aus dem gleichen Gebiet) Gründung von Trittsteinen im Abstand ≤ 5km Zerstörung des Lebensraums ( Bautätigkeit) Vorkommen an Naturschutzfachstellen melden Lokale Unterschutzstellung von Vorkommen Lokale Paten aufbauen Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensive Beweidung zwischen Mai und Juli, Beweidung von Kleinvorkommen) Besser nur Herbstweide zw. Mitte August bis Mitte September und Frühjahrweide Gegebenenfalls Einzelpflanzenschutz oder auszäunen Eutrophierung ( Hofdüngergaben auf Magerwiesen) Einleitung von Sickerwasser aus dem Landwirtschaftsgebiet vermeiden Weitere Eutrophierung eindämmen, evtl. auch zu starkem Laubfall vermeiden Bewirtschaftungsverträge Sammeln, Ausgraben von Pflanzen, Tritt, Zerstörung durch Fotografen Sensibilisierung für die Gefährdung der Art, nach Möglichkeit Bewachung der Art (freiwillige Naturschutzaufseher) Starke Ahndung (evtl. Hinweistafeln mit Hinweis auf Strafe anbringen) Infotafeln einrichten oder Betretverbote entsprechender Wiesen Geeignete Besucherlenkung In Weiden evtl. Einzelpflanzenschutz mit geeignetem Material (wird z.B. auf Juraweiden gemacht) Unwissenheit Grundbesitzer über Vorkommen und geeignete Pflege informieren Bewirtschaftungsverträge abschliessen Wildfrass (Wildschwein, Dachs, Schalenwild) Gezielter Schutz von einzelnen Beständen Nutzungsaufgabe, Sukzession, Konkurrenz Offenhaltung von Weidestandorten Entbuschung nur soweit dass, keine Austrocknung möglich wird Jährliche Nutzung fördern Besonders Weiss- und Schwarzdorne in der nahen Umgebung vermeiden und kontrollieren, keine Bäume aufwachsen lassen Zu hohe Vegetation im Winterhalbjahr Rosetten sind auf genügend Licht angewiesen im Winterhalbjahr: Herbst- oder allenfalls Frühjahrsweide (vor Mai) durch Rinder In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen C. Gnägi, 2020: Aktionsplan Ophrys apifera, Pro natura Fachstelle Naturschutz Kt. Zürich & Topos, 2012: Anleitung zur Kultivierung Ophrys, Orchis, Himantoglossum