Ophrys insectifera L.

Fliegen-Ragwurz

Art ISFS: 279100 Checklist: 1031160 Orchidaceae Ophrys Ophrys insectifera L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 15-40 cm hoch, 2-20 blütig . Die 3 äusseren Perigonblätter länglich-eiförmig, 5-8 mm lang, gelbgrün, die beiden inneren schmal-lineal, braun bis rot. Lippe 1,5-2,5mal so lang wie die äusseren Perigonblätter, etwa doppelt so lang wie breit, sattelförmig, rotbraun bis schwarzbraun, mit grossem, blaugrauem Mal, samtig, 3teilig, Mittelabschnitt 2lappig. Kein Sporn.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Magerwiesen, lichte Föhrenwälder / kollin-montan(-subalpin) / CH

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Europäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 2 + w + 51-33 + 4.g.2n=36

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Nutzungsaufgabe der Wiesen, zu dichte Vegetation, Verbuschung, Beschattung Ungeeignete Pflege (Mahd der Weg- und Strassenränder während der Vegetationszeit, Mahd vor dem Absamen) Zerstörung des Lebensraums ( Bautätigkeit) Schleichender Rückgang (diverse Faktoren) Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensive Beweidung zwischen Mai und Juli, Beweidung von Kleinvorkommen) Unwissenheit

Ökologie

Lebensform Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.2.4 - Mitteleuropäischer Halbtrockenrasen (Mesobromion)
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molinio-Pinion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Ffrisch; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhalbschattigSalzzeichen--
Reaktionszahl Rbasisch (pH 6.5->8.5)Temperaturzahl Tunter-montan und ober-kollin
Nährstoffzahl Nsehr nährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Ophrys insectifera L.

Volksname Deutscher Name: Fliegen-Ragwurz Nom français: Ophrys mouche Nome italiano: Ofride insettifera

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Ophrys insectifera L.Checklist 2017279100
=Ophrys insectifera L.Flora Helvetica 20012971
=Ophrys insectifera L.Flora Helvetica 20122555
=Ophrys insectifera L.Flora Helvetica 20182555
=Ophrys insectifera L.Index synonymique 1996279100
=Ophrys insectifera L.Landolt 1977727
=Ophrys insectifera L.Landolt 1991634
=Ophrys insectifera L.SISF/ISFS 2279100
=Ophrys insectifera L.Welten & Sutter 19822565

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A3c

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)A3c
Mittelland (MP)verletzlich (Vulnerable)A3c
Alpennordflanke (NA)verletzlich (Vulnerable)A3c
Alpensüdflanke (SA)verletzlich (Vulnerable)A3c; C1
Östliche Zentralalpen (EA)verletzlich (Vulnerable)A3c
Westliche Zentralalpen (WA)verletzlich (Vulnerable)A3c

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
AGVollständig geschützt(01.01.2010)
AIVollständig geschützt(13.03.1989)
BEVollständig geschützt(01.01.2016)
BLVollständig geschützt(01.01.2012)
FRVollständig geschützt(12.03.1973)
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
GLVollständig geschützt(07.05.2006)
GRVollständig geschützt(01.12.2012)
JUVollständig geschützt(06.12.1978)
SchweizVollständig geschützt
NEVollständig geschützt(01.08.2013)
OWVollständig geschützt(01.04.2013)
SOVollständig geschützt(23.02.1972)
URVollständig geschützt(01.07.2009)
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
ZGVollständig geschützt(01.10.2013)
ZHVollständig geschützt(03.12.1964)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
ARVollständig geschützt(01.01.1995)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:L - Leitartweitere Informationen
Umweltziele für die Waldbewirtschaftung:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Nutzungsaufgabe der Wiesen, zu dichte Vegetation, Verbuschung, Beschattung Lichter Wald schaffen und erhalten Konkurrierenden Jungwuchs ausreissen, schaffen luckiger Verhältnisse, offene Bodenstellen Ungeeignete Pflege (Mahd der Weg- und Strassenränder während der Vegetationszeit, Mahd vor dem Absamen) Mähen nach dem Absamen ( abhängig von Meereshöhe und Exposition ≥ August) Geeignete Waldwege spät mähen bzw. evtl. nur alle 2 Jahre mähen Allerdings auch zu dichte Verbuschung der Böschung vermeiden Zerstörung des Lebensraums ( Bautätigkeit) Vorkommen an Naturschutzfachstellen melden Lokale Unterschutzstellung von Vorkommen Lokale Paten aufbauen Schleichender Rückgang (diverse Faktoren) Regelmässige Bestandskontrollen (Monitoring) Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensive Beweidung zwischen Mai und Juli, Beweidung von Kleinvorkommen) Besser nur Herbstweide zw. Mitte August bis Mitte September Gegebenenfalls Einzelpflanzenschutz oder auszäunen Unwissenheit Grundbesitzer über Vorkommen und geeignete Pflege informieren Bewirtschaftungsverträge abschliessen In-situ Massnahmen Close