Sagittaria sagittifolia L.

Echtes Pfeilkraut

Art ISFS: 362700 Checklist: 1040530 Alismataceae Sagittaria Sagittaria sagittifolia L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 30-100 cm hoch, aus dem Wasser ragend. Blätter grundständig, die ersten bandförmig, 3-15 mm breit und bis 1 m lang, die späteren schwimmend oder aus dem Wasser ragend, pfeilförmig- 3teilig, mit 1-3 cm breiten und bis 10 cm langen, spitzen Abschnitten. Blüten in mehreren Quirlen, die oberen männlich, gestielt, die unteren weiblich, meist +/- sitzend. Perigonblätter 6, die äusseren grün, rundlich, die inneren doppelt so gross, weiss mit rotem Grund. Früchtchen in kugeligen Köpfen .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Gräben, Ufer / kollin / M, JN, vereinzelt ANW und ANE

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 5w + 44-34 + 3.a-g.2n=22

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Zerstörung des Lebensraums (Uferverbauung, Gewässerkorrekturen, Entwässerung) Konkurrenzvegetation (Schilf), Sukzession, Beschattung Herbivoren (Beweidung, Gämse) kleine isolierte Populationen Vermischung mit Pflanzen unbekannter Herkunft Eutrophierung Hybridisierung mit Sagittaria platyphylla Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund oder oval. Grosse, unregelmässige Intercellularen. Epidermiszellen verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 2-5 mm, center full, radius of culm in relation to wall thickness 1:1. Outline circular with a smooth surface. Culm-center full, containing unlignified cells. Center with net-like aerenchyma. Without cortex/cylinder separation. Epidermis smooth. Epidermis cells thin-walled all around. Large vascular bundles distributed in the whole culm. Vascular bundles collateral closed. Vascular bundles concentric, phloem in the center. Vessels in vascular bundles around the phloem not to recognize in normal light. Cavities in form of canals, often surrounded by epithelian cells.

Ökologie

Lebensform Hydrophyt, Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

2.1.2.1 - Stillwasser-Röhricht (Phragmition)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Füberschwemmt, bzw. unter Wasser; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhalbschattigSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl NnährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse2 - Schwerpunktlebensraum
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Sagittaria sagittifolia L.

Volksname Deutscher Name: Echtes Pfeilkraut Nom français: Sagittaire à feuilles en flèche Nome italiano: Sagittaria comune

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Sagittaria sagittifolia L.Checklist 2017362700
=Sagittaria sagittifolia L.Flora Helvetica 20012381
=Sagittaria sagittifolia L.Flora Helvetica 20122367
=Sagittaria sagittifolia L.Flora Helvetica 20182367
=Sagittaria sagittifolia L.Index synonymique 1996362700
=Sagittaria sagittifolia L.Landolt 1977142
=Sagittaria sagittifolia L.Landolt 1991136
=Sagittaria sagittifolia L.SISF/ISFS 2362700
=Sagittaria sagittifolia L.Welten & Sutter 19822018

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(iii); C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii); C2a(i)
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii); C2a(i)
Alpennordflanke (NA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Alpensüdflanke (SA)--
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
BEVollständig geschützt(01.01.2016)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Zerstörung des Lebensraums (Uferverbauung, Gewässerkorrekturen, Entwässerung) Schaffung von Pflanzenschutzgebieten und Mikroreservaten (rechtlicher Schutz der Art) Gewässerpflege soll nur wenn nötig durchgeführt und auf die Art abgestimmt werden Konkurrenzvegetation (Schilf), Sukzession, Beschattung Konkurrenz entfernen Schilfmahd Bei Bedarf Fundbereiche abschnittsweise absaugen oder abbaggern Ufergehölze auslichten Herbivoren (Beweidung, Gämse) Schutz vor Herbivoren Frass-Schutzmassnahmen Bei Bedarf mit künstlicher Konstruktion schützen (z.B. temporär) wenn Samen für ex situ-Vermehrung benötigt werden Je nach Fundsituation Uferbereiche periodisch abschnittsweise auszäunen kleine isolierte Populationen Schutz aller Fundstellen (Schutzgebiete, Mikroreservate) Regelmäßige Bestandeskontrollen Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen Vermischung mit Pflanzen unbekannter Herkunft Kein Material für Ex Situ verwenden, das von Fundorten mit unklarer Herkunft stammt (die Art wird häufig angepflanzt mit Material aus Gartenzentren) Eutrophierung Verwendung von Düngemitteln in der Nähe vermeiden Hybridisierung mit Sagittaria platyphylla Bekaempfung der neophytischen S. platyphylla Besonders in Gebieten mit Vorkommen sollten alle neophytischen Sagittaria-Arten und deren Hybriden entfernt werden Ex situ Material Close In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen R. Dickenmann & J. Menzi, 2018: Aktionsplan Sagittaria sagittifolia Fachstelle Naturschutz Kt. Zürich & Topos, 2019: Anleitung zur Kultivierung Sagittaria sagiittifolia