Chara polyacantha A. Braun

Vielstachelige Armleuchteralge

Art ISFS: Checklist: 50018 Characeae Chara Chara hispida aggr. Chara polyacantha A. Braun

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung Kräftige Pflanze, 25 - 100 cm gross, dicht bestachelt, meistens stark inkrustiert. S prossachse: 1 - 2 mm im Durchmesser. Internodien: 2 - 7 cm lang. Rinde: diplostich tylacanth, manchmal isostich. Stacheln: in Büscheln zu 2 bis 4, 2- bis 3mal länger als der Sprossachsendurchmesser, mit blossem Auge erkennbar und gewöhnlich auf der ganzen Länge der Sprossachse zahlreich. Äste: 8 - 10 pro Quirl, 2 - 8 cm lang, aus 5 - 7 Gliedern mit 1 - 2 unberindeten Endgliedern. Stipularen: lang und zugespitzt, zweireihig (bei stark bestachelten Individuen auch dreireihig möglich). Monözisch . Gametangien: an den unteren 2 - 4 Astknoten. Antheridien: einzeln, orange bis leuchtend rot, Durchmesser bis 0,6 mm. Blättchen: 5 - 7 je Knoten, lang und deutlich erkennbar, quirlartig die Gametangien umgebend. Oogonien: einzeln, 0,8 - 1,2 mm lang, 0,5 - 0,8 mm breit. Oosporen: eiförmig, braun bis schwarz, 0,45 - 0,9 mm lang und 0,3 - 0,55 mm breit, mit 11 - 15 wenig ausgeprägten Rippen (verkalkt zur Gyrogonit). Bulbillen: an Knoten.

Phänologie Die aktuelle Datenlage lässt noch keine Rückschlüsse zu, ob sich die Art in der Schweiz überwiegend geschlechtlich oder ungeschlechtlich fortpflanzt. Gametangien gibt es von Mai - Juni bis September - Oktober. Verwechslungsmöglichkeiten Chara polyacantha gehört in der Schweiz zu einer sehr polymorphen Artengruppe ( Chara hispida aggr.) mit sehr unscheinbaren morphologischen Übergängen zu Chara intermedia und Chara hispida, die auch genetisch bislang nicht auseinanderzuhalten sind. Sie ist von den 3 genannten Arten jene mit dem stärksten Stachelbesatz. Ihre tylacanthe Rinde unterscheidet sie deutlich von C. hispida, jedoch nicht mehr bei isostich berindeten Individuen. Die taxonomische Einstufung dieser 3 Arten hat noch keinen Konsens unter Fachleuten gefunden. Es kann durchaus sein, dass es sich um standorttypische Varietäten einer und derselben Art handelt. Chara subspinosa (= C. rudis), eine andere Süsswasserart dieser Gruppe wird als nicht einheimisch betrachtet. Zwei weitere Arten, Chara baltica und Chara horrida, die ausschliesslich im Brackwasser europäischer Küstengewässer vorkommen, zählen ebenfalls nicht zur Schweizer Flora.

Standort und Verbreitung in der Schweiz Bisher nur in 2 Weihern nachgewiesen (VS, SZ). Früher kam sie in mehreren Seen und Weihern in den Kantonen Wallis, Freiburg, Schaffhausen und Graubünden vor.

Allemeine Verbreitung Nord-, Zentral- und Südeuropa . Status

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Nationale Priorität: 2 - Hohe nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Habitatverlust Mangel an Dynamik in aquatischen Lebensräumen Gewässereutrophierung Wissenslücken

Ökologie

In permanenten, stark kalkhaltig Stillgewässern, mit oligo- bis mesotrophen Bedingungen. Vorkommend in Tiefen zwischen 1 und 4 m. Zuweilen auch unter leichtem Brackwassereinfluss (durch Salzeinträge bei der Schneeschmelze). Lebensraum Milieux Phytosuisse (© Prunier et al. 2017)

I.1.2.2.5 - Magnocharetum hispidae

Lebensraum nach Delarze & al. 2015

KEINE ANGABE

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Chara polyacantha A. Braun

Volksname Deutscher Name: Vielstachelige Armleuchteralge

Nom français: -- Nome italiano: --

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein Status Rote Liste national 2012

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: --

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität2 - Hohe nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
Schweiz--

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Habitatverlust Stillgewässer in Auengebieten anlegen. Kiesgruben nach Aufgabe der Nutzung erhalten. Mangel an Dynamik in aquatischen Lebensräumen Eine natürliche Gewässerdynamik wiederherstellen, die die selbständige Entstehung von Pionierlebensräumen ermöglicht und dafür mehr Raum bereitstellen. Gewässereutrophierung Gewässereutrophierung Für oligotrophe Verhältnisse (der Stillgewässer und Zuflüsse) sorgen. Die Nährstoffkonzentration auf einem oligo- bis mesotrophen Niveau halten. Im Uferbereich breite Pufferstreifen mit Verlandungs- und Gebüschzonen, Hecken- und Waldstreifen usw. erhalten. Verhindern, dass grosse Nährstofffrachten über Oberflächenabflüsse, Drainagen usw., ins Gewässer gelangen. Sowohl im Einzugsgebiet als auch in der unmittelbaren Umgebung des Gewässers eine extensive Bewirtschaftung mit den Instrumenten der Landwirtschaftspolitik fördern . Wissenslücken Die Entwicklung bekannter Bestände überwachen und mehr ökologisches Wissen über die Art in Erfahrung bringen, insbesondere über ihre Vermehrung und deren Abhängigkeit von den Temperaturverhältnissen .