Suctobelba scalpellata, Moritz, M., 1970

Moritz, M., 1970, Beiträge zur Kenntnis der Oribatiden (Acari) Europas I. Zwei neue Arten der Gattung Suctobelba Paoli aus der Oberlausitz (DDR): Suctobelba scalpellata n. sp. und Suctobelba secta n. sp., Abhandlungen und Berichte des Naturkundemuseums Görlitz 45, pp. 1-8: 1-5

publication ID

ORI10858

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/02D90A66-B5F4-B1E5-75F1-872D44DB048C

treatment provided by

Thomas

scientific name

Suctobelba scalpellata
status

nov. spec.

Suctobelba scalpellata   nov. spec.

Diagnose: Notogasterborsten von normaler Form, nicht s-förmig gekrümmt. Hinterlobe des Bothridialbechers mit dem Becher verbunden. Rostrum median mit langem zungenartigem Vorsprung. Apicallobus ein sehr schmaler, langer und spitzer farbloser Zahn in einer tiefen Einbuchtung des Rostralrandes vor dem Rostralzahn. Rostralhaare an der Basis des medianen Vorsprunges inserierend. Ihre Incisuren nur um ihren Durchmesser voneinander entfernt..

Habitus: Von dieser Art konnten 23 Exemplare untersucht werden. Länge: 198 µm (Holotypus), im Mittel 198 µm (190-205 µm); Breite: 103 µm (Holotypus), im Mittel 107 µm (100-112 µm); Notogasterlänge: 130 um (Holotypus), im Mittel 132 µm (117-147 µm). Die Exemplare besitzen eine hell- bis mittelbraune Färbung.

Prodorsum: Charakteristisch für diese Art ist die auffällige Gestaltung des Rostrum. Der mediane Vorderrand des Rostrum ist zu einem zungenartigen Vorsprung mit schwach konvergierenden Seiten und breit gerundeter Spitze umgebildet. Diese "Zunge" oder "Nase" ist deutlich länger als breit. An ihrer Basis sind die auffallend eng beieinanderstehenden Rostralhaare inseriert. Sie sind nicht weiter als um den Durchmesser ihrer Insertionsalveolen voneinander entfernt und stehen häufig nicht auf gleicher Höhe. - Zu beiden Seiten der "Nase" ist der Rostralrand durch den ebensolangen, rostrad gerichteten, sehr massigen Rostralzahn sehr tief eingebuchtet. Dadurch erhält das Rostrum eine für diese Art typische dreispitzige Form. Die beiden lateralen Spitzen werden im wesentlichen durch den stark hervortretenden Rostralzahn gebildet. Der Apicallobus ist so lang oder kaum länger als der Rostralzahn. Er befindet sich als sehr schmaler, spitzer Zahn in der oben beschriebenen Ausbuchtung unmittelbar dicht vor dem Rostralzahn. Auf Grund seiner völligen Farblosigkeit ist der Apicallobus nur äußerst schwer zu erkennen.

Die Rostralincisur ist ein schwer erkennbarer schmaler Spalt ohne sichtbare Erweiterung seines Grundes. - Eine Rostralrinne, wie sie im allgemeinen bei den Arten dieser Gattung vorhanden ist (vgl. Moritz 1970), fehlt der Art.

Die Tectopedialfelder sind sehr kurz. Ihr Medialrand stellt eine mit wenigen lobenartigen Verdickungen versehene unregelmäßig verlaufende Linie dar, die rostrad zwischen den Knoten unterbrochen ist. In der vorderen Hälfte des Mittelfeldes zwischen den Tectopedialfeldern befinden sich zwei bis drei mediane größere Einzelknoten. - Die Lateralfelder sind nur schwach entwickelt. Ihre rostrale und laterale Begrenzung ist undeutlich.

Die kompakte Lamellarknospe ist hinter den Lamellarhaaren breit gerundet, während sie vor den Haaren rostrad stark verjüngt erscheint. Die interbothridialen Kämme sind kurz. Ihr mittlerer und caudaler Abschnitt ist nur wenig gebogen und ausgebuchtet.

Die Hinterlobe des Bothridialbechers ist mit dem Becherrand verbunden, aber deutlich von diesem abgesetzt. Sensillus mit auffallend kurzer und breiter lanzettlicher Keule, die distal stärker gerundet sein kann. Sie ist mit sehr feinen Dörnchen spärlich besetzt.

Das Prodorsum ist nur in seinem caudalen Bereich einschließlich der Tectopedialfelder fein punktiert. Größere Einzelknoten fehlen diesem Bereich. Das rostrale Prodorsum ist dagegen völlig glatt. Nur unmittelbar hinter den Insertionsalveolen der Rostralhaare verläuft eine feine Transversallinie. Sie ist hinter den Rostralhaaren caudad ausgebuchtet und verläuft lateral in Höhe des Incisurengrundes parallel zur Unterkante des Prodorsum. In diesem Bereich ist diese Linie gleichzeitig die obere Begrenzung eines schmalen und stark in die Länge gezogenen Netzwerkes ineinander übergehender feiner Cuticularlinien.

Notogaster: Der Notogaster besitzt einen elliptischen Umriß. Sein Vorderrand gegenüber den interbothridialen Kämmen kaum wulstartig verdickt, median dagegen in einem schmalen Streifen nur schwach sklerotisiert.

Die 10 Borstenpaare sind von normaler Länge und nicht s-förmig gekrümmt. Die Borste ta ist medio-craniad gebogen. Alle übrigen Borsten sind mehr oder weniger caudad gerichtet.

Holotypus: Der Holotypus (Kat.-Nr. 330/827E 1) sowie 16 Paratypen (Kat.-Nr. 330 E/2-9 und 16-23) befinden sich in Alkohol konserviert im Zoologischen Museum der Humboldt-Universität zu Berlin. 6 weitere Paratypen (Kat.-Nr. 330/949E 10-15) sind im Staatlichen Museum für Naturkunde Görlitz deponiert.

Fundort: Locus typicus: Neissetal zwischen Hirschfelde und Ostritz , 20 km südlich Görlitz. Das Neißetal ist hier bis zu 65 m tief in den Rumburger Granodiorit in Nord-Südrichtung eingeschnitten. Die Probenstellen verteilen sich in einem engen Bereich auf ostexponierte Hanglagen. Die Mehrzahl der Tiere stammt aus Proben, die den feuchteren und humusreichen Standorten des Humusschluchtwaldes (Arunco-Aceretum) GoogleMaps   und eines Laubmischwaldes vom Eichen-Hainbuchenwaldtyp in oberer Hanglage entnommen wurden. GoogleMaps