Verachthonius diversus, Moritz, M., 1976

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 1. Allgemeiner Teil: Brachychthoniidae Thor, 1934. Spezieller Teil: Liochthonius v. d. Hammen, 1959, Verachthonius nov. gen. und Paraliochthonius nov. gen., Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 27-136: 117-119

publication ID

ORI10013

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/1B66E5AE-2D9E-DA79-DDF1-4ECE908E46E8

treatment provided by

Thomas

scientific name

Verachthonius diversus
status

nov. spec.

Verachthonius diversus   nov. spec. (Abb. 51 ab)

Material: ZMB Nr. 429/B108/1: Holotypus, Arnstadt ( Thüringen), Jonastal   GoogleMaps , M. Moritz leg. 3. 8. 1965.   - ZMB Nr. 429/B108/2-43: 42 Ad., Paratypen, Arnstadt ( Thüringen), Jonastal   GoogleMaps , M. Moritz leg. 3. 8. 1965.   - ZMB Nr. 429/B108/44-98: 55 N 1 bis N 3, Paratypen, Arnstadt ( Thüringen), Jonastal   GoogleMaps , M. Moritz leg. 3. 8. 1965.  

Locus typicus: Sämtliche Exemplare der Typusserie wurden im Jonastal 8 km WSW von Arnstadt ( Thüringen) gesammelt. Die Bodenprobe entstammt einem südexponierten Trockenhang auf Schieferkalk, 400 m ü. NN im Bereich des Flußtales. Der Hang trägt einen spärlichen Bewuchs von Trockengräsern und Stauden. Das schluffartige Bodenmaterial ist schwach humos, trocken und krümelig und wurde der oberen Schicht des Wurzelfilzes entnommen.

Beschreibung: Die Körperfarbe ist bei aussklerotisierten Exemplaren gelbbraun Die Dorsalflecke und Schildbegrenzungen sind deutlich sichtbar. Die einfachen Dorsalborsten sind kurz und kräftig.

Das Prodorsum ist breit und latero-dorsal zwischen den Exobothridialhöckern und den Insertionsalveolen der Interlamellarhaare leicht eingezogen. Das Rostrum ist kurz, gleichmäßig breit gerundet und dicht hinter den Rostralhaaren durch eine flache transversale Rinne abgesetzt.

Die parallel nach vorne gerichteten Rostralhaare inserieren von oben gesehen dicht am Vorderrand des Rostrum und überragen den Rostralrand um mehr als 2/3 ihrer Länge. Sie sind von allen Dorsalborsten die längsten. Die Lamellarhaare stehen annähernd doppelt so weit auseinander wie die Rostralhaare.

Der Sensillus besteht aus einem auffällig kurzen Stiel, der nur wenig aus dem Bothridium herausragt, und einer kräftigen spindelförmigen Keule. Die Spindel ist durch eine unterschiedliche konvexe Krümmung der Ober- und Unterseite unsymmetrisch. Die etwas längere Oberseite ist mit 3 bis 4 aus 12 bis 15 kleinen Börstchen bestehenden Borstenreihen besetzt, während auf der etwas kürzeren Unterseite einige Borstenreihen stehen, die aus nur wenigen (5 - 7) mehr als doppelt so großen stachelartigen Borsten gebildet werden.

Die deutlich sichtbaren großen querovalen Dorsalflecke zwischen den Interlamellarhaaren sind von annähernd gleicher Größe. Die Berührungsgrenze zwischen dem vorderen und dem mittleren Fleckenpaar liegt in der Höhe der Insertionsalveolen der Interlamellarhaare.

Die kurzen Notogasterborsten sind einfach und spitz und im basalen Drittel stärker gegen den Körper gebogen. Die Borste d1 erreicht nicht den Hinterrand des vorderen Notogasterschildes Na.

Der Suprapleuralschild SpE ist deutlich entwickelt. Die Form des vorderen Pleural-Schildes Pl1 ist dreieckig, seine untere Vorderkante verläuft deutlich konvex.

Systematische Stellung: Verachthonius diversus   n. sp. ist die bisher größte Art der Gattung. Die Extremwerte der Körpergrößen von Verachthonius laticeps   und Verachthonius diversus   n. sp. überschneiden sich nicht. Beide Arten unterscheiden sich außerdem deutlich im unterschiedlichen Bau des Sensillus und dem Abstand der Borsten des Prodorsum. Von Verachthonius congruus   n. sp. läßt sich die Art durch den Sensillusbau, die Form der Dorsalflecke zwischen den Interlamellarhaaren sowie den Abstand und die Länge der Dorsalborsten trennen.