Cirsium Miller

Hess, Hans Ernst, Landolt, Elias & Hirzel, Rosmarie, 1976, Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 3. Plumbaginaceae bis Compositae (2 nd edition): Unterfamilie _ tubuliflorae, Birkhaeuser Verlag : 422

publication ID

https://doi.org/ 10.5281/zenodo.292249

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/5751268D-116D-1A59-73C0-1846220C573F

treatment provided by

Donat

scientific name

Cirsium Miller
status

 

Cirsium Miller

Kratzdistel

1 jährig, 2 jährig oder ausdauernd. Stengel einfach oder verzweigt, kantig, oft mit mehrzelligen Haaren und oben weißfilzig behaart, gelegentlich mit Stacheln. Blätter am Rande meist mit Stacheln und zudem fein stachelig bewimpert, im Umriß oval bis lanzettlich, ungeteilt bis fiederteilig, nur die untersten gestielt, die obern mit herzförmigem Grunde sitzend und gelegentlich am Stengel herablaufend. Köpfe einzeln, geknäuelt oder in einer doldenartigen Rispe. Hülle kugelig, eiförmig oder zylindrisch; Hüllblätter mehrreihig, dachziegelartig angeordnet, lanzettlich, lang zugespitzt, die äußern oder alle in einen abstehenden oder anliegenden Stachel endend, besonders die mittleren auf dem Rücken unter der Spitze meist mit einer ovalen bis strichförmigen Harzdrüse (unter den distelartigen Pflanzen nur bei dieser Gattung so!), an den Rändern kurz bewimpert, ohne kugelige Drüsen. Blütenboden nicht fleischig, mit in weiße Borsten zerschlitzten Streublättern. Blüten alle gleich, ⚥ (selten Pflanzen mit nur ♀ Blüten). Kronen röhrenförmig, mit trichterförmig erweitertem, 5teihgem obern Teil, purpurn, lila oder gelblich (selten weiß). Staubbeutelhälften am Grunde zugespitzt. Früchte zylindrisch, seitlich etwas abgeflacht, kahl, mit Querrunzeln und Längsrinnen, gegen den Pappus hin mit einem kragenförmigen Ring. Pappus auf einem glasigen, gelblichen Gewebekörper an der Spitze der Frucht angewachsen, immer vorhanden, mindestens 2mal so lang wie die Frucht, aus mehreren Reihen gleich langer, federartig behaarter, weißer Borsten bestehend, die an der Spitze oft verbreitert und am Grunde verwachsen sind und als Ganzes abfallen.

Die Gattung Cirsium umfaßt etwa 250 Arten; Verbreitung auf der nördlichen Halbkugel. Die Hauptverbreitung der Gattung liegt im Mittelmeergebiet. Chromosomengrundzahl: n = 17; einzelne Arten sind polyploid; amerikanische Arten der Gattung haben die Chromosomengrundzahl n = 10, sind morphologisch isoliert und deshalb vielleicht besser von der Gattung abzutrennen.

Cirsium ist mit Carduus nahe verwandt und soll mit ihr Bastarde bilden (s. unter Bastarde). Ebenfalls nahe verwandt ist Silybum . Arctium , Cynara und Onopordum sowie Staehelina und Saussurea bilden verwandte Gattungsgruppen. Über die Fruchtmerkmale dieser Gattungen s. Dittrich (1970).