Liochthonius

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 1. Allgemeiner Teil: Brachychthoniidae Thor, 1934. Spezieller Teil: Liochthonius v. d. Hammen, 1959, Verachthonius nov. gen. und Paraliochthonius nov. gen., Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 27-136: 38-39

publication ID

ORI10013

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treatment provided by

Thomas

scientific name

Liochthonius
status

 

Liochthonius   v. d. Hammen, 1959

Brachychthonius   : Berlese, 1910a: p. 219, ad partem

Brachychthonius   : Willmann 1931, p. 98 und 100, ad partem

Brachychthonius   : Balogh 1943, p. 110

Brachychthonius   : Strenzke 1951, p. 235

Brachychthonius   : Evans 1952, ad partem

Liochthonius   : v. d. Hammen 1959, p. 19

Brachychthonius   : Sellnick 1960, p. 81

Liochthonius   : Kunst 1971, p. 545

Liochthonius   : Balogh 1972, p. 47 und 140

Liochthonius   : Chinone & Aoki 1972, p. 241

Liochthonius   : Niedbala 1972c, p. 666

Liochthonius   : Niedbala 1973, p. 63

Liochthonius   : Niedbala 1974, p. 510 und 520, Fig. 7, 14 und 15

Liochthonius   : Ghilarov & Krivoluckij 1975, p. 60

Typusart: Hypochthonius brevis Michael   , 1888 non Berlese 1910a (= Brachychthonius perpusillus Berlese   , 1910a, sensu Forsslund 1942, 1957)

Gattungsdiagnose:

Prodorsum und Notogaster glatt, ohne ein regelmäßiges Muster von Cuticularornamentation. Prodorsum ohne rostrale oder laterale Randzähne. Der Exobothridialhöcker ist mittelgroß oder stärker zurückgebildet. Sensillus mit beborsteter Keule von verschiedener Gestalt.

Eine Margo lateralis fehlt dem Notogaster. Das Pygidium ist einheitlich, ohne transversalen Pygidiumwulst. Die Suprapleuralincisur ist am Vorderrand des Pygidium nur als ganz flache Einbuchtung vor der Lyrifissur ip angedeutet.

Die Morphologie der dorsalen Körperborsten ist unterschiedlich. Vorherrschend ist neben normalen piliformen Borsten die Tendenz zur velumartigen Randverbreiterung, so daß sie im Querschnitt v-förmig erscheinen. Die Borste d2 ist mediad auf den Notogasterschild Na heraufgerückt. Auf dem Pygidium sind nur 3 mediane Borstenpaare vorhanden. Die ps2- Borste steht neben der medialen ps1- Borste (Abb. 3 cd).

Es ist ein vorderer Podopleuralschild Ppl1 vorhanden. Bei stärker sklerotisierten Arten ist der prosomale Suprapleuralschild SpPr angedeutet. Der Suprapleuralschild SpC ist mit dem Notogasterschild Na verschmolzen und ragt als eine abgerundete laterale Vorderecke des Notogasterschildes vor. Der Suprapleuralschild SpE ist mit dem mittleren Notogasterschild Nm verwachsen. Er bildet einen weit vorragenden schmalen Randlobus, der vom Doralschild bei einigen Arten durch eine kielartige Linie etwas abgesetzt sein kann. An seinem caudo-ventralen Rand befindet sich die Lyrifissur im. Alle übrigen Suprapleuralschilde fehlen.

Der vordere Pleuralschild Pl1 ist frei und durch ein breites askleritisches Band vom Pygidium getrennt.

Die Adanalplatten sind caudal verschmolzen. Die Adanalborste ad2 ist durch 2 nach vorn eingerollte breite Randvela stark hypertrophiert. Sie ist säbelartig caudad gebogen und der sehr kleinen ad3- Borste genähert. Die ad1- Borste ist piliform und normal lang. (Abb. 3 a).

Die Genitalplatten besitzen ein Tectum. Sie sind deutlich kürzer als die Anal- und Peranalplatten zusammengenommen. Genitalborsten 4 + 3, Agenitalschilde fehlen.

Die Coxisternalschilde sind durch eine häutige Sternalleiste median getrennt. Coxisternalborsten 3 - 1 - (3+4).

Die Adoralborste or1 des Subcapitulum ist stabförmig.

Diskussion:

Liochthonius   v. d. Hammen ist die artenreichste Gattung innerhalb der Familie. Einige der bisher hierher gestellten Arten repräsentieren nahe verwandte Gattungen ( Paraliochthonius   n. g. und Verachthonius   n. g.). Zur Abgrenzung der Gattung siehe die Gattungsdiagnose zu Verachthonius   n. g.

Die Arten dieser Gattung lassen sich zum größten Teil zu Artengruppen zusammenfassen, die zum Teil schwer unterscheidbare nahe verwandte Arten enthalten. Innerhalb der Artengruppen läßt sich teilweise eine stufenweise abändernde Merkmalsausbildung beobachten, die zu Konvergenzen führen kann (vergleiche Liochthonius evansi   innerhalb der horridus-Gruppe   ).

Bestimmungstabelle der Artengruppen

1 Sensilluskeule eine ungeteilte, mit starren Stachelborsten besetzte Spindel. .......... 2

- Sensilluskeule distal dorso-ventral verbreitert und in eine obere und eine untere Spitze auslaufend. .......... 3

2 Dorsale Körperborsten sehr stark verbreitert oder schlauchförmig aufgetrieben, auf starken Insertionshöckern stehend. Der Borstenrand mit Zähnchen oder Wimpern mehr oder weniger besetzt. Abstand der ila im Durchschnitt kleiner als 17,5 µm. Exobothridialhöcker reduziert. .......... 4. Horridus-Gruppe  

- Dorsale Körperborsten glatt, piliform oder mit dünnem, transparentem Randvelum. Die Borsten dadurch im Querschnitt v-förmig erscheinend. Abstand der ila im Durchschnitt größer als 17,5 µm. .......... 1. Brevis-Gruppe  

3 Dorsale Körperborsten normal piliform, im Querschnitt mehr oder weniger gerundet, nicht v-förmig. .......... 3. Peduncularius-Gruppe  

- Dorsale Körperborsten mit Randvelum, im Querschnitt mit Dorsalrinne oder v-förmig erscheinend. .......... 4

4 Dorsal borsten mit sehr breitem Randvelum, messerklingenförmig, am distalen Ende mit einigen Randspitzen besetzt. e1- Borsten länger als 30 µm. .......... 4. Horridus-Gruppe   ( L. evansi   )

- Dorsalborsten kürzer und nur mit sehr schmalem Randvelum, glatt und spitz. Oberseite der Sensilluskeule mit Stachelborsten bürstenartig dicht besetzt. .......... 2. Lapponicus-Gruppe