Arctium L.

Hess, Hans Ernst, Landolt, Elias & Hirzel, Rosmarie, 1976, Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 3. Plumbaginaceae bis Compositae (2 nd edition): Unterfamilie _ tubuliflorae, Birkhaeuser Verlag : 412-410

publication ID

https://doi.org/ 10.5281/zenodo.292249

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/60E481D7-C1FC-80FB-C3A4-2C50D2CDF788

treatment provided by

Donat

scientific name

Arctium L.
status

 

Arctium L.

Klette

2 jährig, mit dicker, verholzender Pfahlwurzel; mit wenig Milchsaft, ohne Stacheln. Stengel aufrecht, verzweigt, kantig, zerstreut spinnwebig behaart und mit zahlreichen mehrzelligen Haaren. Blätter oberseits grün, nur mit wenigen mehrzelligen Haaren, unterseits zudem spinnwebig behaart und drüsig, groß (ohne Stiel bis 50 cm lang und 30 cm breit), breit oval bis herzförmig, ungeteilt, buchtig gezähnt, nicht stachelig, alle gestielt. Blattstiel kantig gefurcht, gegen den Grund rot. Köpfe aufrecht, zu mehreren in einer Rispe. Hülle kugelig. Hüllblätter in mehreren Reihen, die äußern lanzettlich, in einen kurzen, nach außen hakig gekrümmten Stachel auslaufend, am Rande fein gezähnt, die innersten außerseits kurz behaart und oft mit geradem Stachel. Blütenboden mit zahlreichen, borstenförmigen, 8 - 10 mm langen Spreublättern. Blüten alle gleich, ⚥; Kronen mit langer Röhre und fast so langem trichterförmigem bis fast auf die Hälfte 5teiligem, oberem Teil, 10-15 mm lang, purpurrot, selten weiß; Staubbeutelhälften unten zugespitzt. Früchte eiförmig ( größte Dicke gegen den Pappus ), die äußersten gekrümmt, seitlich wenig abgeflacht und undeutlich 3kantig (seltener 4kantig), mit wenigen, deutlichen Längsrippen, kahl, besonders im obern Teil runzelig, graubraun, schwarz fleckig. Pappus auf der Frucht angewachsen, meist vor der Fruchtreife abbrechend, an der Spitze mit kragenförmigem Ring, mit mehreren Reihen kurzer, 1 - 3 mm langer, rauher, gelblicher Borsten.

Die Gattung Arctium umfaßt etwa 10 schwer unterscheidbare, nahe verwandte Arten und hat eurasiatische Verbreitung.

Die oft aus dem Gebiet angegebene Sippe A. pubens Babington steht morphologisch zwischen A. Lappa oder A. vulgare und A. minus . Meist gleichen die Pflanzen A. minus , haben aber größere, zur Fruchtzeit offene und meist gestielte Köpfe. Ob es sich bei dieser Sippe nur um Bastarde zwischen diesen 3 Arten handelt oder ob fixierte Sippen vorhanden sind, muß durch experimentelle Untersuchungen abgeklärt werden. In diesen hybridogenen Formenkreis gehört auch die von Arènes (1950) aus den Westalpen und dem Jura beschriebene Sippe A. minus ssp. alpestre , die A. vulgare nähersteht.