Suctobelba carcharodon, Moritz, M., 1966

Moritz, M., 1966, Neue Oribatiden (Acari) aus Deutschland III. Suctobelba carcharodon n. sp. und Suctobelba prominens n. sp., Zoologischer Anzeiger 177, pp. 276-282: 276-279

publication ID

ORI10855

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/682BD514-3675-646C-ECD0-057BC6305253

treatment provided by

Thomas

scientific name

Suctobelba carcharodon
status

n. sp.

Suctobelba carcharodon  n. sp. (Abb. 1 a. b, e)

Diagnose: Rostrum breit, medio-dorsal stärker gewölbt und ohne nasenartigen Mittelvorsprung. Apikallobus und Rostralzähne spitz. Inzisuren breiter als die Basis der Rostralzähne und am Grunde gerundet. Lamellarknospe geschlossen. Sensillus mit breiter, spindelförmiger Keule, deren konvexe Außenseite fein behaart ist.

Habitus: Von dieser Art. liegen 5 Exemplare vor. Sämtliche Meßwerte wurden in Milchsäure ermittelt. Länge: 233 µm (Holotypus), im Mittel 227 µm; Breite: 141 µm (Holotypus), im Mittel 137 µm; Notogasterlänge: 131 µm (Holotypus). im Mittel 125 µm. Alle 5 Exemplare besitzen eine hellbraune Färbung.

Prodorsum: Das Rostrum ist kurz und breit gerundet. Der Medianwulst zwischen den Rostralhaaren ist stärker vorgewölbt und in Dorsalansicht von den Seitenpartien des Rostrum abgesetzt. Die Apikalloben sind spitz zahnförmig und leicht nach außen und vorn gebogen. In Frontalansicht erscheint ihr Abstand voneinander geringer, als ihre Basis breit ist. Ein nasenartiger Mittelvorsprung fehlt. Hinter dem Apikallobus stellen 3 kegelförmige, spitze Rostralzähne, die von vorn nach hinten an Länge rasch abnehmen. Ihre Basen stehen in gleicher Höhe. Der 1. Rostralzahn ist fast so lang wie der Apikallobus, aber etwas schlanker als dieser. Die Inzisuren zwischen dem Apikallobus und den Rostralzähnen sind breit, proximad verjüngt und am Grunde breit gerundet.

Zwischen den Lamellarhaaren ist der Medianwulst dicht gekörnelt, während sein aufgewölbter Teil vor den Tectopedialfeldern mit licht stehenden, doppelt so großen Knoten besetzt ist. Lateral wird dieses Knotenfeld von einer nach außen gebogenen Leiste begrenzt, die als Fortsetzung der Innenkante des Tectopedialfeldes gegen den Insertionspunkt des Rostralhaares gerichtet ist, diesen jedoch nicht erreicht.

Die Lamellarknospe ist unregelmäßig lappig gerundet und hinten mehr oder weniger geschlossen. Vor der Lamellarknospe liegen im Mittelfeld 3 bis 5 hintereinanderstehende Knoten. Die interbothridialen Kämme sind breit. Sie besitzen einen mehr oder weniger deutlich abgesetzten Vorder-, Seiten- und Hinterlappen. Vom Vorderlappen verläuft ein kurzer, s-förmig geschwungener Kiel (Lamelle bei Strenzke 1951) zum Hinterrand der Lamellarknospe. Jederseits vor den Bothridien stellen 2 Knötchen in einer Querreihe. Sie sind durch flache, dünne Leisten verbunden. Lateral vor dieser Leiste befindet sich ein einzelner, isoliert stellender Knoten. Der Sensillus besitzt eine spindelförmige, außen stärker konvexe Keule, die in einen kurzen Endfaden ausläuft und außenseits dicht und fein behaart ist. Das Mittelfeld und der hinter den Tectopedialfeldern gelegene Teil des Prodorsum sind, fein chagriniert. Die Lateralfelder sind glatt. Auf ihrer Fläche können einige Knötchen sitzen.

Notogaster: Der Notogaster ist kurz eiförmig. Die lateralen Notogasterzähne sind etwas größer als die medialen. Ihre Spitze ist abgestumpft. Die Spitze der medialen Zähne kann gelegentlich abgeplattet sein. In der Regel stellen sie aller mehr oder weniger kegelförmige Zähne dar. deren Basis durch angedeutete Leisten etwas stärker erweitert ist.

Holotypus: Der Holotypus (Kat.-Nr. 262/b0/B84/1) sowie 3 Paratypen (Kat.-Nr. 262/b0/B84/2 bis 4) befinden sich, in Alkohol konserviert, im Zoologischen Institut und Museum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald in der Sammlung des Autors. Ein Paratypus (Kat.-Nr. 262/b0/B41/5) ist in der Sammlung K.-H. Forsslund, Stockholm, deponiert.

Systematische Stellung: Suctobelba carcharodon  n. sp. gehört in die Suctobelba  subtrigona-Gruppe. Die Ausbildung des Prodorsum und der Rostralzähne weist sie in die Nähe von Suctobelba subtrigona  (Oudemanns 1900). Von dieser ist sie aber klar durch die geringe Körpergröße, das Fehlen einer "Nase" und die Form der Notogasterzähne zu trennen.

Fundort: Die Bodenprobe wurde am 10. November 1964 westlich von Bad Frankenhausen am Suedrand des Kyffhaeuser im oberen Teil einer mit Gebuesch und einzelnen Walnussbaeumen bestandenen Runse entnommen. Das Material entstammt der obersten Bodenschicht (0 bis 10 cm) eines krümeligen, lockeren, sehr humusreichen und mit geformtem Pflanzenmaterial reich durchsetzten Bodenhorizontes.GoogleMaps