Hoplitis (Formicapis) robusta (NYLANDER 1848)

Ebmer, A. W., 2011, Holarktische Bienenarten - autochthon, eingeführt, eingeschleppt, Linzer biologische Beiträge 43 (1), pp. 5-83: 36-37

publication ID

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524335

DOI

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524407

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/865F8797-FFD0-8D2D-FF09-FBEAED0BD009

treatment provided by

Felipe

scientific name

Hoplitis (Formicapis) robusta (NYLANDER 1848)
status

 

Hoplitis (Formicapis) robusta (NYLANDER 1848)  

Abb. 15, ♀ und Abb. 14, 3.

TKALCŮ (1995: 121) legt den Lectotypus fest. Der Name robusta in Verbindung   mit Hoplitis   oder Osmia   lässt eine grosse Art vermuten, was mit der Beschreibung nicht übereinstimmt. Es darf nicht übersehen werden, dass die Art ursprünglich unter dem Binomen Heriades robusta   beschrieben wurde und im Vergleich mit den anderen Heriades   -Arten in Europa ist diese Art als "robust", also kräftig im Körperbau zu bezeichnen.

In Europa streng boreo-alpin verbreitet. In Finnland nördlich bis zu den Regionen Ostrobottnia borealis und Karelia borealis ca N63 ° verbreitet und nach den Angaben von ELFVING (1968: 42) nicht selten. Nach Süden im Baltikum bis Lettland ohne nähere Ortsangaben. In den Alpen nur vom Wallis bis Kärnten: In der Schweiz wenige Funde vom Wallis, rezent schwerpunktmässig in Graubünden ( AMIET et al. 2004: 173), und von da nach Osten anschliessend in Südtirol: Stilfserjochstrasse 1700-1800m, oberhalb Algund 1900m ( EBMER 1997: 58), Kollern bei Bozen [heute Kohlern/Colle, südlich Bozen, ca 1000m] ( STÖCKL 2000: 296) und Seiser Alm. In den Alpen Österreichs ebenfalls eine grosse Seltenheit. Nur wenige Exemplare bekannt aus den Bundesländern Tirol (Venn- Spitze im Wipptal, Trins), Salzburg (Gastein, locus typicus des Synonyms O. rhinoceros   ), Kärnten (Nationalpark Hohe Tauern im Mölltal die bisher meisten Funde in Österreich; Koralpe E Steinberger Hütte) und Steiermark (Admonter Kalbling im Gesäuse, ein historischer, von mir überprüfter Fund) ( EBMER 1997: 58; 2003: 367).

In Asien nur ein genauer Fund aus der NW-Mongolei (Ulaangom) bei TKALCŮ (1995) publiziert. Pauschale Daten bei PROSHCHALYKIN (2007a: 4) von der Region Irkutsk nach Osten bis zur Amurregion und nördlich bis Magadan und Chukotka.

In der Nearktis von Alaska, Northwest Territories, Alberta, Saskatchewan und im Osten Quebec, weiter südlich nur in der Westnearktis entlang der Gebirge von Montana, Wyoming, Colorado, Oregon bis California.

Erkennen der Art als holarktisch: PETERS 1970.

Hoplitis robusta   ist eine taxonomisch sehr isolierte Art, und zur selben Untergattung gibt es nur eine weitere Art, Hoplitis maritima (ROMANKOVA 1985)   von der Primorskij- Region, als Isolat zu verstehen, das die Artschranke längst überschritten hat. PETERS bewertet H. robusta   als sibirisches Faunenelement und verweist auf die Verbindung beider Regionen über die trocken gefallene Beringstrasse. Aus der Kenntnis der heutigen Verbreitung ist es möglich und ich halte es ein wenig wahrscheinlicher, dass H. robusta   , die eine nach der Morphologie evolutiv sehr alte Art repräsentiert, eher paläarktischen Ursprungs ist, aber schon sehr früh in die Nearktis einwanderte.