Osmia (Centrosmia) nigriventris (ZETTERSTEDT 1838)

Ebmer, A. W., 2011, Holarktische Bienenarten - autochthon, eingeführt, eingeschleppt, Linzer biologische Beiträge 43 (1), pp. 5-83: 35-36

publication ID

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524335

DOI

http://doi.org/10.5281/zenodo.4489216

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/865F8797-FFD1-8D12-FF09-FAF1ED17D70A

treatment provided by

Felipe

scientific name

Osmia (Centrosmia) nigriventris (ZETTERSTEDT 1838)
status

 

Osmia (Centrosmia) nigriventris (ZETTERSTEDT 1838)  

Abb. des ♀ (präpariertes Exemplar) bei EBMER 2009: 61.

In Europa ähnlich voriger Art verbreitet, aber in Mitteleuropa viel seltener und damit die Gesamtverbreitung nur ungenau bekannt. Offenbar häufiger in Nordeuropa, in Finnland in allen Regionen gefunden, nördlich bis Lapponia inarensis N70 °. In Deutschland von STOECKHERT (1933: 208) als Glazialrelikt aufgefasst und von Schlesien, Ostpreussen, Pommern und Posen (alle vier Gebiete liegen heute in Polen), Thüringen und den höheren Lagen Frankens gemeldet. WESTRICH (1989: 827) lagen nur zwei Exemplare aus Baden-Württemberg vor. Im Berchtesgadner Land, 10.7.1982, 1♀, coll. Warncke. In Österreich durch nachweisbare und überprüfbare Funde zwar von Vorarlberg bis Niederösterreich, im Süden von Kärnten gemeldet (SCHWARZ & GUSENLEITNER 1999: 221), aber nur Einzelstücke und zeigt damit die extreme Seltenheit dieser Art. Ich selbst habe in 45 Sammeljahren diese Seltenheit auch nur einmal in Kärnten, südliche Zunderwand, gefunden ( EBMER 1997: 53). In der Schweiz südlich des Alpenhauptkamms vom Wallis bis Graubünden ( AMIET 2004: 166). Von dort anschliessend in Südtirol mehrere alte Funde im oberen Vinschgau sowie im Martelltal, und nur isoliert von der Seiser Alm und Innichen gemeldet. Für Europa habe ich ansonsten nur allgemeine Listenangaben für Böhmen, der Slowakei und Litauen gefunden.

Aus Asien gemeldet von der Mongolei, Ulan Bator ( TKALCŮ 1995: 141) und Bratsk in Ostsibirien. Als Übersicht gemeldet von Burjatia bis zur Primorskij-Region, nördlich bis Kamtschatka, Magadan und Chukotka-Region, nach Westen bis zum Nördlichen Ural ( PROSHCHALYKIN 2007a: 5).

In der Nearktis transkontinental von Alaska zur Hudson Bay und Ontario, südlich bis Oregon und Colorado, im Osten südlich bis Minnesota ( HURD 1979: 2036). Ob die Art in der Nearktis ebenfalls so selten ist, fand ich keinen Hinweis in der Literatur.

Erkennen der Art als holarktisch: SANDHOUSE 1939: 35.

Osmia nigriventris   steht sicher nahe Melanosmia, wird aber von TKALCŮ (1983) nicht dazu gezählt. Ganz abgesehen, ob Centrosmia als Untergattung oder als Artengruppe bewertet wird: Nach der Literatur ist O. nigriventris in der Paläarktis   allein stehend, während HURD neun weitere Arten Centrosmia anführt. Unter diesem Gesichtspunkt wäre O. nigriventris   als nearktischer Exponent in der paläarktischen Fauna zu betrachten.

Zu ergänzen ist noch, dass HURD (1979: 2036) auch Osmia (Centrosmia) bucephala CRESSON 1864   als holarktisch anführt. Eine solche Art taucht nie in der Literatur der Paläarktis auf und auch die fünf von HURD angeführten Synonyme stammen aus der Nearktis. Die Angabe für die Holarktis kann nur ein Irrtum sein, möchte aber darauf hinweisen, damit in Zukunft nicht endlos abgeschrieben wird.

Kingdom

Animalia

Phylum

Arthropoda

Class

Insecta

Order

Hymenoptera

Family

Megachilidae

Genus

Osmia