Megachile (Eutricharaea) rotundata (FABRICIUS 1787)

Ebmer, A. W., 2011, Holarktische Bienenarten - autochthon, eingeführt, eingeschleppt, Linzer biologische Beiträge 43 (1), pp. 5-83: 52-53

publication ID

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524335

DOI

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524497

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/865F8797-FFE0-8D3D-FF09-FB32EDD3D05A

treatment provided by

Felipe

scientific name

Megachile (Eutricharaea) rotundata (FABRICIUS 1787)
status

 

Megachile (Eutricharaea) rotundata (FABRICIUS 1787)  

Abb. des ♀ bei WESTRICH 1989: 747, Abb. 17 View Abb , 3 View Abb , Seite 81.

Von Massachusetts bis Virginia, nach Westen bis British Columbia, Washington, Oregon und California, eingeführt während oder nach dem 2. Weltkrieg, ebenfalls eingeführt in Argentinien und Chile ( HURD 1979: 2057, noch unter dem Namen M. pacifica   ); durch das ganze Nordamerika bis in nördliche Mexico, ab 1920 (Droege).

Deutlich andere Informationen zur Einschleppung als amerikanische Autoren geben DORN & WEBER 1988: 14-15; 22: "Mitte der 30er Jahre dieses Jahrhunderts gelangte M. rotundata   auf unbekannte Weise nach Nordamerika. Erstmals wurde sie dort von MITCHELL (1937) in Rosemont, Virginia nachgewiesen. Später konnte sie dann auch in Washington D.C. (KROMBEIN 1948), Missouri, Kansas und Texas (DALY 1952) beob- achtet werden. Sich ständig westwärts ausbreitend, erreichte sie 1954 Utah und Kalifornien und 1958 Oregon an der Pazifik-Küste. Damit war die Luzerne-Blattschneiderbiene in einem Zeitraum von nur etwa 20 Jahren über den gesamten nordamerikanischen Kontinent von Osten nach Westen vorgedrungen. Während M. rotundata   in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet überall unauffällig blieb, konnten sich in Nordamerika – vermutlich auf Grund des Fehlens ihrer natürlichen Feinde – in kurzer Zeit so starke Populationen entwickeln, dass sie in einigen Gebieten die dominierende Blattschneiderbiene wurde. Hinzu kam, dass die Biene in ihrer neuen Heimat bevorzugt Luzerne als Futterpflanze aufsuchte. Insbesondere im Nordwesten der USA, wo ein relativ hoher Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Produktion von Luzernesaatgut genutzt wurde, stand damit ein fast unbegrenztes Nahrungsangebot zur Verfügung. Diese ausgeprägte Luzerne-Präferenz ist sofern besonders bemerkenswert, da im mitteleuropäischen Raum derartige Beobachtungen nicht vorliegen. Im Ergebnis der Verschleppung nach Nordamerika entstand jedenfalls eine Wildbienenpopulation, die die günstigsten Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung als Luzernebestäuber in sich barg.... Nach Neuseeland wurde 1971 die Luzerne-Blattschneiderbiene eingeführt.

Neben der Honigbiene und der Erdhummel ist M. rotundata   die wirtschaftlich bedeutendste Biene. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist nicht mehr genau definierbar, vermutlich aber der Mittelmeerraum bis in den Iran, vielleicht bis Zentralasien; in Europa nach Norden lokal bis ins südliche Finnland. Nach Osten bis zum Pazifik (Amur-Region und Primorskij-Region), aber unklar, inwieweit hier autochthon oder eingeführt.