Lasioglossum

Ebmer, A. W., 2011, Holarktische Bienenarten - autochthon, eingeführt, eingeschleppt, Linzer biologische Beiträge 43 (1), pp. 5-83: 50-52

publication ID

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524335

DOI

http://doi.org/10.5281/zenodo.4524491

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/865F8797-FFE2-8D22-FF09-FD6BEF21D2CD

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Felipe

scientific name

Lasioglossum
status

 

Taxa der Lasioglossum   zonulum- Untergruppe

Die Arten dieser Untergruppe sind so wie die der vorigen Übergangsgruppe schwerpunktmässig ostpaläarktisch verbreitet, mit Ausstrahlungen in die orientalische (paläotropische) Region. Nur eine einzige Art neben L. zonulum   erreichte Europa, L. majus   . Im Anschluss an L. zonulum   sind folgende Arten anzuführen:

Lasioglossum spodiozonium (VACHAL 1894)   – das 3 wurde unter dem Namen Halictus   maymyonicus BLÜTHGEN 1926 beschrieben. Morphologisch sehr ähnlich L. zonulum   , doch eine orientalische Art: Assam (Shillong). Burma (Carin Chebá. Salween-Tal).

Lasioglossum majus (NYLANDER 1852)   . Neben L. zonulum   einzige europäische Art dieser Artengruppe, und es ist noch von keinem Autor publiziert, dass es sich bei L. majus   gleichsam um ein Isolat dieser sehr artenreichen ostpaläarktisch-paläotropischen Artengruppe handelt. Weiters geistern von L. majus   geradezu abenteuerliche Verbreitungsangaben durch die Literatur. Zu streichen sind alle Angaben bezüglich Nordafrika ( Algier. Tunis), mit grösster Wahrscheinlichkeit auch Spanien – im westmediterranen Gebiet dürften Verwechslungen mit L. albocinctum   ♀ die Ursache solcher Verbreitungsangaben sein; Ural und Zentralasien, hier Verwechslungen mit L. discum   , ursprünglich unter dem Namen Halictus   morbillosus durch MORAWITZ in vielen Publikationen; Kaukasus und Nord-Iran mögliche Verwechslungen mit L. discum   und L. z. sinistrum. Für Spanien meldet BLÜTHGEN (1924: 357) "einige Exemplare im Museum Berlin" ohne nähere Angaben. Ich fand im Museum Berlin nur Exemplare von Österreich (Innsbruck. Kärnten-Mölltal), Schweiz (Sierre), Ungarn (Simontornya) und Slowenien (Sevnica). Hier gebe ich nur Verbreitungsangaben nach Exemplaren, die ich selbst gesehen habe, und vor allem bezüglich der Südgrenze die Funde mit genauen Daten. Es ist eine alte Erfahrung in der Faunistik, dass Verbreitungsdaten schnell in die Literatur kommen, und dann ungeprüft abgeschrieben werden. Umgekehrt aber ist es viel schwieriger, falsche Daten wieder aus der Literatur zu entfernen.

Das tatsächliche Verbreitungsgebiet von L. majus   ist auffällig ähnlich dem von Mitteleuropa in der klassischen Definition. Als südliche Grenze ist nachweisbar: Südfrankreich: Montpellier – locus typicus das Synonyms Halictus   lichtensteini PÉREZ 1903, zugleich der bisher südwestlichste Fund. Drôme, Bourdeaux [N44.35 E5.09], 5.9.1957, 13, Museum Leiden. Nord-Italien, Piemont: San Benedetto Belbo, 13.5.1979, 26.5.1979, 28.7.2009, je 1♀. Tiglione, 23.6.1991, 1♀, leg. Pagliano. Lombardia, Somana, August 1935, 13, leg. Prestifilippo, coll. Warncke. Verona, 1kmNW Garda, 15.6.1995, 1♀, leg. Burger. Friaul, Sequals, 22.5.1994, leg. Kofler. Slowenien: Mehrere vertrauenswürdige Funde durch A. GOGALA 1991: 8 und 1994: 8. Kroatien: Plitvitzer Nationalpark, 13.8.2010, 13, leg. Link, coll. Ockermüller. Süd-Ungarn, zwischen Komlo und Pecs, 23.7.1993, 1♀, leg. Osten. Bulgarien: Rodopen, am Batak See, SW Plovdiv, 1000m, 8.6.1975, 1♀, leg. Reinig, coll. Ebmer. Primorsko [N42.16 E27.46] 29.7.1988, 1♀, leg. Tyrner, Biologiezentrum Linz, der bisher südöstlichste Fund. Nach Norden die Verbreitung sehr lückenhaft bekannt: Paris: Locus typicus. Aube (am Fundortetikett falsch Aude geschrieben!), Bois [Communaux] de Lignières [N47.59 E3.58], 23.8.1976, 13, coll. Warncke. Luxemburg: Haardt, Düdelingen, 25.5.2005, 1♀, 17.6.2005, 3♀♀, leg. Cölln. Deutschland: Nordgrenze der Verbreitung: Hannover,Waldhausen, 15.6.1901, 1♀, leg. Harling, Museum Hannover, sicher ein historischer Fund. Rezent nördlichster Fund in Döberitzer Heide ca 10kmW Berlin nahe der Ortschaft Fahrland, 22.6.1994, 1♀, leg. Saure. Polen: Promno im Distrikt Poznán, 3.8.1969, 1♀. Rzeszów, 20.8.1964, 13, leg. Banaszak. Entsprechend Literaturangaben nach Osten bis in die zentrale und südliche Ukraine vorkommend, aber ich sah aus diesem Land noch keine Exemplare. Auffällig sind bei L. majus   die Lebensräume. Gegenüber der in Europa nächststehenden L. zonulum   verlangt L. majus   deutlich wärmere und feuchtere Plätze, am Rand von Flüssen und Auwäldern, aber nicht auf nassen Böden, und im Pannonicum nur an Begleitwäldern von Wasserläufen, und fehlt in der Mediterranzone.

Lasioglossum scutellare (MORAWITZ 1876)   . Zentralasien, vom südlichen Kazachstan, Turkmenien, Usbekistan bis Tadzikistan.

Lasioglossum inoum (CAMERON 1904)   , nepalische Subregion, von West-Nepal über Bhutan, Assam bis Nord-Burma (Maymyo).

Lasioglossum agelastum FAN & EBMER 1992   . China: Provinzen Zhejiang. Shaanxi. Sichuan.

Lasioglossum mutilum (VACHAL 1903)   . Japan, von Hokkaido bis Kyushu.

Lasioglossum nipponicola SAKAGAMI & TADAUCHI 1995   , ostpaläarktisch, Japan (Hokkaido. Hoshu). Südkorea. Russland, Primorskij-Region.

Lasioglossum kansuense (BLÜTHGEN 1934)   , kühl-gemässigte Ostpaläarktis, von Irkutsk bis Chabarovsk und Primorskij-Region, Kurileninsel Kunashir. Nördliches China von Kansu (loc. typ.) und Mandschurei (Charbin). Nordkorea. Japan (Hokkaido und Honshu).

Lasioglossum harmandi (VACHAL 1903)   . Japan (Hokkaido. Honshu). Kurileninsel Kunashir.

Lasioglossum rostratum (EVERSMANN 1852)   , zentral- bis ostasiatische Steppenart, vom südlichen Ural bis zur Chita-Provinz. Mongolei. Nördliches China bis Beijing.

Lasioglossum   rachifer (STRAND 1915), nur die ♀ - Typen bekannt von China, Tsingtau. Seither ist die Art verschollen und es ist zu befürchten, dass sie durch die landwirtschaftliche Kultivierung der Region ausgestorben ist.

Die Taxonomie der drei folgenden Arten ist durch die noch immer unsichere Kombination der Geschlechter nicht einhellig. Diese vorläufige Darstellung richtet sich nach

meinen Untersuchungen ( EBMER 2006), bezüglich der ersten Art durch Untersuchungen an Nestern in Japan, Sapporo, durch Professor Sakagami:

Lasioglossum scitulum (SMITH 1873)   , ostpaläarktisch, Japan. Russland, Sachalin.

Lasioglossum gorkiense (BLÜTHGEN 1931)   . Weissrussland (Gorki, loc. typ.). Litauen. Japan (Hokkaido). Ferner Osten Russlands (Chabarovsk).

Lasioglossum   lutzenkoi (COCKERELL 1925) 3 =? Halictus   alinensis COCKERELL 1924 ♀. Sibirien (Artibash), Ferner Osten Russlands (Primorskij-Region). China (Mandschurei, Charbin).