Brachychthonius hirtus, Moritz, M., 1976

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 2. Mixochthonius Niedbala, 1972, Neobrachychthonius nov. gen., Synchthonius v. d. Hammen, 1952, Poecilochthonius Balogh, 1943, Brachychthonius Berlese, 1910, Brachychochthonius Jacot, 1938, Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 227-319: 274

publication ID

http://doi.org/10.5281/zenodo.6284312

DOI

http://doi.org/10.5281/zenodo.6284312

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Thomas

scientific name

Brachychthonius hirtus
status

nov. spec.

Brachychthonius hirtus   nov. spec. (Abb. 143b)

Material: ZMB Nr. 445/B269: 1 Ad., Holotypus, 9 Ad., Paratypen, DDR, Feldberg, Kreis Templin, Ostufer des Schmalen Luzin   GoogleMaps , Ufersteilhang mit Rotbuchen-Erlen-Weißbuchen-, Streuauflage und Zersetzungshorizont, M. Moritz leg. 5. 9. 1974.  

Slg. Hirschmann: 2 Ad., non Typus, Coll. Willmann, mikroskop. Präparat (sub. Brachychthonius bimaculatus   Willmann, Typusserie), Polen, Psie Pole   GoogleMaps bei Wroclaw, Mähwiese, G. Frenzel leg.  

Holotypus, Locus typicus: Der Holotypus befindet sich zusammen mit 9 Paratypen in Alkohol konserviert in der Sammlung des Zoologischen Museums der Humboldt-Universitaet zu Berlin.

Der Locus typicus ist DDR, Feldberg, Kreis Templin. Die Probenfläche liegt am Ostufer des Schmalen Luzin suedlich der Luzinhalle auf dem Ufersteilhang , der mit einem Altbestand von Rot- und Weißbuchen sowie Erlen bedeckt ist. Die Probe wurde dem Zersetzungshorizont einer stärkeren feuchten Streuansammlung an der Hangsole entnommen. M. Moritz leg. 5. 9. 1974.

Beschreibung: Farbe hellgoldgelb, dorsale Ornamentation deutlich hervortretend. Prodorsum und Opisthosoma sehr schmal. Vordere Medianfelder des Prodorsum reduziert. Notogasterborsten piliform, glatt, höchstens die c- und d-Borsten mit kurzen Dorsalbörst- besetzt.

Das Prodorsum ist sehr schmal und flach. Das Rostrum ist wie bei Br. bimaculatus   breit gerundet, aber noch abgeflachter, so daß die Rostralzähne von dorsal sichtbar werden. Die mittleren und vorderen Medianfelder des Prodorsum fehlen. Nur die vorderen Insertionsflaechen der interbothridialen Dorsalmuskulatur liegen in einem gemeinsamen, wellig scharf umrandeten caudalen Medianfeld. Vor diesem schließt sich ein kleines, wellig begrenztes Feldpaar eng an. Die Rostralhaare sind lang und mit wenigen relativ langen und starren Fiederborsten besetzt. Die übrigen Prodorsumborsten besitzen nur wenige kurze Fiederborsten. Die Interlamellarhaare sind fast glatt.

Die Exobothridialhöcker sind flach und klein und wirken gegenüber denen von Br. bimaculatus   stark reduziert. Die Sensilluskeule ist länger und schmaler als bei Br. bimaculatus   und nur spärlich mit sehr feinen Borsten besetzt. Das durchschnittliche Längenverhältnis zwischen Keule und Stiel beträgt 1,23.

Opisthosoma sehr schmal, mit deutlichen Schultereckcn. Die Notogasterborsten sind piliform. Während die Borsten des vorderen Notogasterschildes auf der Oberseite 1 bis 2 kurze Fiederborsten tragen - deutlich erkennbar sind diese an den Schulterborsten c1 und c3 -, sind die Borsten der beiden hinteren Abschnitte vollkommen glatt. Diese stehen auch verhältnismäßig starr vom Körper ab. Die d1-Borsten überragen den Hinterrand des Notogasterschildes Na.

Das vordere einheitliche Medianfeld des Notogasterschildes Na ist seitlich in der Mitte etwas eingeschnürt, seine hintere Begrenzung ist undeutlich. Das hintere Medianfeld ist dagegen im Gegensatz zu Br. bimaculatus   im letzten Drittel deutlich quergeteilt. Die vorderen Lateralfelder im Schulterbereich des Notogaster sind fast vollkommen reduziert. Von der Rosette ist der kreisrunde Kutikularring und das caudo-mediale Rosettenfeld vorhanden. Auf dem mittleren Notogasterschild Nm und dem Pygidium fehlen das vordere Medianfeld und die vorderen Seitenfelder. Die Ränder, besonders der Medianfelder, sind deutlich abgehoben und an der Innenseite mit grubigen Vertiefungen versehen.

Das Pygidium ist im Unterschied zu Br. bimaculatus   fast gleichmäßig gerundet. Ein Absatz hinter den h-Borsten fehlt. Die Art besitzt ein kleines Agenitalschild.

Systematische Stellung: Brachychthonius hirtus   n. sp. ist mit dem etwas kleineren Br. bimaculatus   sehr nahe verwandt. Er unterscheidet sich u. a. von diesem durch die glatten piliformen Borsten des mittleren und hinteren Notogasterabschnittes, durch die Reduktion jeweils der mittleren und lateralen vorderen Felder der 3 Notogasterschilder, das völlige Fehlen der vorderen prodorsalen Medianfelder und die Form der Sensilluskeule.

Über die ökologischen Ansprüche lassen sich zur Zeit keine verallgemeinernden Angaben machen. Am Locus typicus tritt sie gemeinsam mit Br. bimaculatus   auf.