Corylus Avellana L.

Hess, Hans Ernst, Landolt, Elias & Hirzel, Rosmarie, 1972, Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 1. Pteridophyta bis Caryophyllaceae (2 nd edition): Registerzuband 1, Birkhaeuser Verlag : 681

publication ID

http://doi.org/ 10.5281/zenodo.291815

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/932140C1-DD69-AEDC-AEFE-1369AE5B8823

treatment provided by

Donat

scientific name

Corylus Avellana L.
status

 

Corylus Avellana L.  

Hasel, Haselnuß

Meist Strauch, bis 5 m hoch. Rinde grau bis rötlich, glatt, glänzend, mit braunen Warzen. Blätter an schwachen Trieben 2zeilig, sonst rings um den Zweig angeordnet, im Umriß oval, rundlich oder herzförmig, bis 10 cm lang, unregelmäßig und grob, oft doppelt gezähnt, beiderseits locker und weich behaart, oberseits oft mit gestielten Drüsen; Blattstiel bis 2 cm lang; Nebenblätter oval, früh abfallend. ♂ Blütenstände als Kätzchen in geschlossenem Zustand nackt überwinternd (nicht von Knospenschuppen umgeben), zylindrisch, bis 10 cm lang, meist zu 2-4 genähert, vor Beginn des Blattaustriebs blühend; Tragblatt und die beiden Vorblätter der ♂ Blüte teilweise verwachsen, behaart; Staubbeutel an der Spitze mit Haarschopf, Staubfäden am Grunde gelegentlich paarweise vereinigt, oft aber auch deutlich getrennt. ♀ Blüten zu 2-6 beisammen, von Knospenschuppen umgeben; ♀ Blütenstände an den hervortretenden, leuchtend dunkelroten Narben von den gewöhnlichen Blattknospen zu unterscheiden. Perigon unscheinbar, mit den Fruchtknoten verwachsen. Fruchthülle offen, unregelmäβig zerschlitzt, kürzer oder so lang wie die reife Frucht. Frucht ursprünglich 2 fächerig, da sich nur 1 Samenanlage entwickelt; später 1 fächerig, zur Reifezeit eine gelbliche, später braune (an der Anwachsstelle graue), fast kugelige, hartschalige Nuβ. - Blüte: Früher Frühling; Fruchtreife: Herbst.

Zytologische Angaben. 2n = 22: Material aus botanischen Gärten (Wetzel 1927, Poucques 1950); weitere übereinstimmende Angaben in Löve und Löve (1961). 2n = 28: Material aus botanischen Gärten; Meiose normal (Woodworth 1929a); wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine andere Art.

Standort. Kollin, montan und subalpin. Sickerfeuchte bis sehr trockene, kalkhaltige bis saure, humose bis steinige und kiesige Böden. Unterholz in Wäldern; häufig als Hecken in Wiesen und Weiden angepflanzt; Buschvegetation im Süden des Gebiets.

Verbreitung. Europäische Pflanze: Nordwärts bis Orkneyinseln (59° NB), in Norwegen bis 68° NB, in Finnland bis 63° NB, Ladogaseegebiet, ostwärts bis zum Ural; südwärts bis ins Mittelmeergebiet (dort nur in Gebirgen), ostwärts bis Kleinasien und Kaukasus. Verbreitungskarte von Meusel (1964). - Im Gebiet verbreitet und häufig.

Bemerkungen. Die Fruchtformen der Hasel hat Geitler (1943) in Wildpopulationen untersucht; er fand deutliche genotypische Unterschiede; Standortseinflüsse sind gering.

Zur Steinzeit (Meso- und Neolithikum) war die Haselnuß bei uns ein wichtiges Nahrungsmittel. Heute bedeutender Anbau von Corylu sarten im östlichen Mittelmeergebiet, vor allem in der Türkei.

In Gärten werden bei uns neben C. Avellana   auch C. maxima Miller   und C. colurna L.   angepflanzt; alle 3 Arten werden von Kasapligil (1964) nach äußern und histologischen Merkmalen miteinander verglichen.