Verachthonius congruus, Moritz, M., 1976

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 1. Allgemeiner Teil: Brachychthoniidae Thor, 1934. Spezieller Teil: Liochthonius v. d. Hammen, 1959, Verachthonius nov. gen. und Paraliochthonius nov. gen., Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 27-136: 118-122

publication ID

ORI10013

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/BF8820D0-0E88-A3FC-3562-A887579EB7E9

treatment provided by

Thomas

scientific name

Verachthonius congruus
status

n. sp.

Verachthonius congruus   n. sp. (Abb. 32 abc)

Material: ZMB Nr. 417/B160/1: Holotypus, Kyffhaeusergebirge bei Bad Frankenhausen, Katenburg, Kleinhoehle D   GoogleMaps , M. Moritz leg. 21. 11. 1967.   - ZMB Nr. 417/B160/2-25: 24 Ad., Paratypen, Kyffhaeusergebirge bei Bad Frankenhausen, Katenburg, Kleinhoehle D   GoogleMaps , M. Moritz leg. 21. 11. 1967.  

Locus typicus: Der Locus typicus liegt am Südrand des Kyffhäusergebirges westlich von Bad Frankenhausen im Bruchspaltensystem der sogenannten " Katenburg ", in der zahlreiche Kleinhöhlen geringer Ausdehnung vom Oststeilhang des vorgeschobenen Gebirgsmassivs " Katenburg " zugänglich sind. Dieser Oststeilhang ist mit einem reichen Traubeneichen-Linden-Ulmenwald bedeckt. Die Probe wurde in der Dunkelzone eines abgewinkelten Teiles der Kleinhöhle D entnommen. Das lockere Bodenmaterial besteht aus einem Gemisch eines mäßig feuchten Höhlenlehms und grobkörnigem Gesteinsmaterial, dem eingetragene Holzbestandteile beigemischt sind.

Beschreibung: Die Körperfarbe ist hellgelbbraun bis rötlichbraun. Die Dorsalflecke sind deutlich erkennbar. Die Dorsalborsten sind lang und stehen vom Körper ab.

Das Prodorsum ist auffallend flach. Das Rostrum ist im Bereich der Ansatzstellen der Rostralhaare durch eine separate gerundete Wölbung stärker vom Prodorsum abgesetzt.

Das zwischen den Lamellar- und Rostralhaaren gleichmäßig abfallende Profil ist vor den Lamellarhaaren und hinter den Rostralhaaren durch je eine deutliche transversale flache Rinne unterbrochen.

Die Rostralhaare stehen sehr eng beieinander. Ihr Abstand beträgt nur die Hälfte ihrer Länge. Sie sind außerdem kürzer und auch feiner als alle übrigen Dorsalborsten. Die Lamellarhaare stehen so nahe beieinander, daß sich ihre aufeinandergerichteten Spitzen fast berühren.

Der Sensillus besteht aus einer ziemlich dicken zylindrischen, an den Enden nur schwach spindelförmigen Keule und einem scharf abgesetzten ebenso langen Stiel. Länge und Durchmesser der Keule verhalten sich wie 3:1. Die Keule ist mit feinen härchenartigen kurzen Spitzen gleichmäßig besetzt.

Der Exobothridialhöcker ist stark vorgewölbt und so groß wie der Durchmesser des äußeren Randes des Bothridialbechers.

Die Dorsalflecke zwischen den Interlamellarhaaren sind klein. Sie sind um ihren Durchmesser voneinander und auch von den Interlamellarhaaren entfernt. Das vordere Fleckenpaar ist mehr längs oval und steht annähernd zwischen den Interlamellarhaaren. Die beiden hinteren Paare sind dagegen leicht queroval.

Die dünnen Notogasterborsten sind auffallend lang und verjüngen sich zur Spitze nur wenig. Sie sind gleichmäßig leicht gekrümmt und stehen vom Körper schräg ab. Die Borsten d1 und d2 überragen mit ihrem letzten Viertel den Hinterrand des vorderen Notogasterschildes Na. Die Borsten e1 überragen den Hinterrand des mittleren Notogasterschildes Nm zur Hälfte.

Der Suprapleuralschild SpE ist schwach entwickelt und nur schwer erkennbar. Der vordere Pleuralschild Pl1 ist ein großes gleichschenklig rechtwinkliges Dreieck mit breit abgerundeter Vorder- und Unterecke.

Systematische Stellung: Verachthonius congruus   n. sp. zeigt gegenüber den beiden anderen Arten der Gattung stärker abgewandelte Merkmale. An der Stellung der Rostral- und Lamellarhaare, der Länge der Dorsalborsten, der anders geformten Sensilluskeule und an der Form und Lage der Dorsalflecke zwischen den Interlamellarhaaren ist die Art sehr gut zu erkennen.