Liochthonius propinquus Niedbala

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 1. Allgemeiner Teil: Brachychthoniidae Thor, 1934. Spezieller Teil: Liochthonius v. d. Hammen, 1959, Verachthonius nov. gen. und Paraliochthonius nov. gen., Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 27-136: 51-56

publication ID

ORI10013

persistent identifier

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treatment provided by

Thomas

scientific name

Liochthonius propinquus Niedbala
status

 

Liochthonius propinquus Niedbala   , 1972 (Abb. 10ab)

Liochthonius propinquus Niedbala   1972c: p. 666. Fig. 3.

Liochthonius propinquus   : Niedbala 1974, p. 501, Fig. 51 bis 52.

Material: IBP: 1 Ad., Paratypus, Polen, Bezirk Kielce, Larix polonica-Bestand   "Chelmowa Gora " bei Nowa Slupia   GoogleMaps , W. Niedbala leg. 19. 5. 1971.  

ZMB Nr. 432/U6: 5 Ad., Ungarn, Aggtelek, suedexponierter Karsthang   GoogleMaps , Streuauflage unter Gebüsch, M. Moritz leg. 26. 9. 1964.   - ZMB Nr. 432/U14: 5 Ad., Ungarn, 45 km suedlich Budapest bei Csevharaszt   GoogleMaps , Pustasteppenbuschwald, Rohhumus unter altem Juniperus-Bestand auf ehemaligen Flugsanddünen, M. Moritz leg. 1. 10. 1964.  

Holotypus, Locus typicus: Es konnte ein Paratypus untersucht werden. Die Typusserie befindet sich im Biologischen Institut der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan.

Der Locus typicus ist VR Polen, Bezirk Kielce, Eichen- und Fichtenbestand [Eichen und Kiefern ?] "Swinia Gora "   GoogleMaps , Gesiebe der Streuauflage, W. Niedbala leg. 15. 5. 1971.  

Beschreibung: Die aus Ungarn stammenden Tiere stimmen mit dem zum Vergleich herangezogenen Paratypus sehr gut überein. Die ungarischen Exemplare sind allerdings etwas größer.

Die Farbe ist grauweiß. Die Dorsalflecke sind erkennbar. Die dorsalen Körperborsten sind kurz und steif und besonders auf der hinteren Körperhälfte mit auffallend breiten Randvela.

Das Prodorsum ist etwas länger als breit. Das Rostrum ist in der Aufsicht nur wenig vom Prodorsum abgesetzt. Im Seitenprofil ist es aber im Bereich der Rostralhaare höher aufgewölbt und vor den Lamellarhaaren durch einen deutlichen Absatz vom übrigen Prodorsum abgegrenzt. Bei L. simplex   ist das Seitenprofil vor den Lamellarhaaren dagegen ohne Absatz, so daß Prodorsum und Rostrum flach ineinander übergehen. Die Rostralhaare sind länger als alle übrigen Prodorsumborsten. Die Interlamellarhaare sind am kürzesten. Alle Prodorsumborsten besitzen gutentwickelte Randvela.

Die Sensilluskeule ist nur wenig kürzer als der Stiel. Die Form der schmalen Sensilluskeule unterscheidet sich nur unwesentlich von der von L. similis   . Sie ist mit Reihen von 5 bis 6 starren Stachelborsten besetzt. Die dorsalen Stachelborsten sind doppelt so lang wie die ventralen.

Der Exobothridialhöcker ist klein, von seiner Vorderseite zieht sich in der Aufsicht eine Linie bis zu den Lamellarhaaren.

Die interbothridialen Maculae sind von unterschiedlicher Größe und um ihren Durchmesser voneinander entfernt. Der Durchmesser des vorderen Paares ist doppelt so groß wie der der folgenden.

Die unter 20 µm langen Notogasterborsten sind kurz und steif. Die c- und d-Borsten mit nur geringer Velumbildung. Die Borsten des mittleren Notogasterschildes und des Pygidium besitzen dagegen breite Randvela, die in ganzer Borstenlänge gleichbleibend breit bleiben (Lateralansicht!). In der Aufsicht sind diese Borsten deutlich schmal weiden- blattähnlich gestaltet. Die d-Borsten erreichen den Hinterrand des Notogasterschildes Na, während die c-Borsten den Hinterrand ihres Notogasterschildes gerade mit einem Drittel ihrer Länge überragen.

Systematische Stellung: L. propinquus   ist mit L. simplex   sehr nahe verwandt (vgl. dort). Die Art ist sicherlich nicht immer erkannt worden, beziehungsweise mit L. simplex   verwechselt worden.

Die aus Ungarn stammenden Tiere wurden an trockenen Pustastandorten des Steppenbuschwaldes und auf südexponierten Karsthängen erbeutet, Standorte, die einem größeren Temperatur- und Feuchtigkeitsgradienten ausgesetzt sind, als sie vergleichsweise für Biotope von L. similis   beobachtet werden können.