Liochthonius alpestris

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 1. Allgemeiner Teil: Brachychthoniidae Thor, 1934. Spezieller Teil: Liochthonius v. d. Hammen, 1959, Verachthonius nov. gen. und Paraliochthonius nov. gen., Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 27-136: 87-89

publication ID

ORI10013

persistent identifier

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treatment provided by

Thomas

scientific name

Liochthonius alpestris
status

 

Liochthonius alpestris   (Forsslund, 1958) (Abb. 20b, 21ab, 30b)

Brachychthonius alpestris Forsslund   , 1958: p. 78, Abb. 5 - 7.

Liochthonius alpestris   : Moritz 1963, p. 155.

Liochthonius alpestris   : Niedbala 1974, p. 489, Abb. 35.

Material: NRSt: 1 Ad., Holotypus, 4 Ad., Paratypen, Coll. Forsslund Mf 627, 5 mikroskop. Präparate (sub Brachychthonius alpestris   ), Schweden, Dalarna, Idre   GoogleMaps , K.-H. Forsslund leg. 8. 7. 1956.   - NRSt: 5 Ad., Paratypen, Coll. Forsslund, 5 mikroskop. Präparate (sub Brachychthonius alpestris   ), CSSR, Velky Tisy   GoogleMaps , M. Kunst leg. 26. 8. 1957.   - NRSt: 1 Ad., Coll. Forsslund Mf 1089, mikroskop. Präparat (sub Liochthonius lapponicus   ), Schweden, Dalarna, Grangärde, Trolldalen   GoogleMaps , K.-H. Forsslund leg. 18. 7. 1962.  

SMF Nr. 13928: 4 Ad., Coll. Strenzke (sub Liochthonius peduncularius Strenzke   , n. sp.), BRD, Ostholstein   GoogleMaps , K.-H. Forsslund leg. [[ K.-H. Forsslund det. ]] 1940 / 1941.  

ZMB Nr. 121: 1 Ad., mikroskop. Präparat, DDR, Steffenshagen bei Greifswald   GoogleMaps , Stieleichen-Birkenwald, M. Moritz leg. 16. 4. 1958, K.-H. Forsslund det  . 8. 2. 1963.  

Holotypus, Locus typicus: Der Holotypus stammt aus Schweden und liegt als mikroskopisches Präparat vor. Die Abbildung 5 der Originalbeschreibung Forsslunds (1958, p. 79) gibt den Holotypus wieder. Der Locus typicus ist "Dalarna, Idre, Längfjället ca. 1000 m u. M., in Sphagnum   weit oberhalb der Baumgrenze ".

In der Sammlung Forsslund befinden sich 2 weitere Paratypen aus der CSSR, Südböhmen, die im NSG "Velky Tisy" aus Sphagnum-Polstern eines Fichtenwaldes von M. Kunst am 26. 8. 1957 erbeutet wurden. Beide Exemplare sind in den mikroskopischen Präparaten nicht gestreckt, so daß nur noch einzelne Körpermaße ermittelt werden konnten.

In der Kollektion Strenzke befanden sich in der Typusserie von Liochthonius peduncularius   (SMF Nr. 13928) 4 Tiere von Liochthonius alpestris   .

Forsslund hat 1964 (p. 239) 1 Exemplar aus Grangärde, Trolldalen (NRSt mikroskop. Präparat Mf 1089) irrtümlich zu Liochthonius lapponicus ( Traegardh)   gestellt.

Beschreibung: Die Farbe ist blaßbraun, bei frisch gefangenen Tieren rötlich goldgelb. Der Habitus ist kompakt. Alle Dorsalborsten sind piliform, glatt und dünn. Auch bei dieser Art ist wie bei L. peduncularius   das Prodorsum breiter als lang.

Das Rostrum ist breit gerundet und auch in Seitenansicht nicht besonders vom Prodorsum abgesetzt. Die Rostralhaare sind die längsten Dorsalhaare. Sie sind im Durchschnitt 19,4 µm lang, während die Interlamellarhaare nur durchschnittlich 11 µm lang sind. Die Interlamellarhaare stehen doppelt so weit auseinander wie die Rostralhaare.

Der Sensillus (Abb. 20b) ähnelt dem von L. peduncularius   . Er besteht aus einem geraden und dünnen Stiel und einer scharf abgesetzten Keule. Im Unterschied zu L. peduncularius   ist die Keule aber länger als der freie Teil des Stieles. In der Aufsicht ist die Keule spindelförmig. In Seitenansicht ist sie asymmetrisch, indem die obere Hälfte wesentlich höher, länger und stärker gewölbt ist. Distal ist die Keule zweispitzig, wobei die obere Spitze als Verlängerung des längeren Oberteiles weit über die untere Spitze hinausragt. Die Keulenoberseite trägt feine Zacken, von deren Basen je eine feine Linie proximad gegen den in der Keule sichtbaren Stiel verläuft.

Die Maculae zwischen den Interlamellarhaaren nehmen von vorne nach hinten an Größe ab. Der Abstand zwischen den vorderen 3 Paaren entspricht jeweils dem Durchmesser der Dorsalflecke, so daß die hintereinanderliegenden Maculae caudad konvergieren.

Die Notogasterborsten sind glatt und rund, nicht erweitert. In der basalen Hälfte sind sie leicht gegen die Körperoberfläche gebogen. Die Borsten der d-Reihe überragen nur mit ihrem distalen Drittel den Hinterrand des Notogasterschildes.

Systematische Stellung: Liochthonius alpestris   unterscheidet sich sowohl von Liochthonius peduncularius   (Strenzke) als auch L. clavatus (Forsslund)   durch die wesentlich kürzeren Dorsalborsten. Diese sind außerdem bei L. clavatus   in der Basalhälfte leicht erweitert. L. alpestris   ist außerdem die kleinste der 3 Arten.