Nothrus Kornhuberi, Karpelles, L., 1883

Karpelles, L., 1883, Ueber eine noch nicht beschriebene Nothrus-Art, Archiv für Naturgeschichte 49, pp. 455-457: 455-456

publication ID

ORI8164

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/F4DF6080-125C-1ED8-0CC7-62FE510E31EC

treatment provided by

Thomas

scientific name

Nothrus Kornhuberi
status

n. sp.

[[ Nothrus Kornhuberi  n. sp.]]

Im entomologischen Museum der Berliner Universität befindet sich ein vom Custos Hrn. Dr. Hilgendorf in Japan, Hakodate   GoogleMaps, gesammeltes Exemplar einer Milbe, welches einer sehr auffallenden neuen Art der Gattung Nothrus Koch  angehört.  Dasselbe ist ca. 2,5 mm lang auf einem Papierstreifen aufgeklebt, so dass mir bei Schonung des Objectes eine genauere Untersuchung nicht vergönnt war, aus diesem Grunde konnte ich u. A. auch das Geschlecht nicht constatiren. Jedoch ist, wie schon bemerkt, diese Milbe in ihrer Form so auffallend, dass sie äusserlich schon auf den ersten Blick von den bis jetzt beschriebenen unterschieden werden kann.

Da diese Art sowohl charakterisirt ist, so benenne ich sie meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Prof. Dr. Andreas von Kornhuber (in Wien) zu Ehren: Nothrus Kornhuberi  n. sp.

Der Körper ist im Umrisse fast fünfeckig, vorn schmäler als hinten und plump (Fig. 2). Das Abdomen mit den von einander sehr deutlich geschiedenen Häuten der drei Larvenstadien ist sehr gross, auffallend einem Füllhorn ähnlich, da der Cephalothorax dagegen nur klein ist, so erhält der ganze Körper diese Form (Fig. 1). Das Kopfbruststück ist vorn schmal, zugespitzt mit rauher, grob granulierter Oberfläche. Die beiden Stigmen liegen auf seiner Oberseite einander genähert, knapp vor dem Rande des Hinterleibes. Die für viele Arten so charakteristischen Stigmenborsten gingen bei dem vorliegenden Exemplare verloren. Der Hinterleib von der schon wiederholt hervorgehobenen auffallenden Gestalt ist oben und vorn stark gewölbt mit der Spitze nach hinten gebogen, so dass seine Hinterfläche concav erscheint (Fig. 1). Jede der vier distincten Häute hat einen gelben, ziemlich breiten Randstreifen , sie sind oberhalb dieser Streifen, unten, seitlich und hinten sehr regelmässig und namentlich die unterste mit grosser Deutlichkeit mit Längsfurchen und zwischen diesen liegenden Erhabenheiten versehen. Die Randstreifen greifen wulstförmig über einander und bewirken dadurch wie durch ihre gelbe Farbe die deutliche Trennung der vier Häute. Letztere sind kurzborstig, die Beborstung nimmt von oben nach unten zu. Von den Mundtheilen kann ich blos die Palpen mit Sicherheit erkennen, dieselben verlaufen fast gerade nach vorn, tragen ebenfalls zahlreiche kurze Borsten und sind an ihrer Spitze kaum merklich verdickt. Die beiden vordersten Fusspaare, von denen das erste die Mundtheile auf der Ventralfläche fast vollständig bedeckt, sind knapp hinter einander inserirt, das Erste fast ganz gerade nach vorn, das zweite etwas mehr nach der Seite gerichtet. Die beiden hintern Fusspaare sind einander ebenso wie die beiden ersten genähert und sind nach hinten und aussen respective nach der Seite gerichtet. Die Linie, die man sich zwischen dem dritten und vierten Fusspaare gezogen denkt, halbirt die Ventralfläche des Thieres. Die Füsse sind sechsgliedrig, ihr zweites Glied ist am längsten und stärksten, sie enden alle mit drei kleinen, sckwachen einwärts gekrümmten Krallen sind also mehr oder weniger borstig. Das zweite und dritte Fusspaar sind um ein Geringes länger als das erste und vierte.

Mit Ausnahme des gelben Randes jeder der vier Häute ist das Thier gleichmässig dunkelbraun und fast ganz mit kurzen zahlreichen Borsten versehen.

Ich fasse die Charakteristik im Kurzen folgendermassen zusammen.

Corpus pentagonale brunneum, cephalothorace minuto, abdomine valde convexo, cornui copiae simillimo, scutis larvarum nympharumque subellipticis, elatis marginibus flavescentibus aucto. Totum corpus, pedes palpique setis curtis brunneis tecta. Tarsi tridactyli.