Imparipes hydrophilus, Willmann, C., 1952

Willmann, C., 1952, Die Milbenfauna der Nordseeinsel Wangerooge, Veröffentlichungen des Instituts für Meeresforschung Bremerhaven 1, pp. 139-186: 151-152

publication ID

ORI11037

publication LSID

lsid:zoobank.org:pub:1CD7624C-FC8F-4DD0-AA34-762D8FFB6267

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/F11C0B22-9244-6ED6-9510-C2F3B2694E49

treatment provided by

Thomas

scientific name

Imparipes hydrophilus
status

nov. spec.

42. Imparipes hydrophilus  nov. spec. (Abb. 8 a—d).

Größe: Weibchen, Länge 240 µ, Breite 154 µ.

Die Species gehört zu der nur zwei Arten umfassenden Gruppe der Gattung Imparipes  , bei der am Tarsus IV die Verlängerung und der Praetarsus mit Ambulacrum vollständig rückgebildet sind. Wenn nicht die deutlich erkennbare Trennungsnaht in dem verwachsenen Genu-Tibialgliede IV vorhanden wäre, würde man die Tiere in die Gattung Scutacarus  einreihen, aber die angegebene Gliederung des vierten Beinpaares läßt das nicht zu.

Auf dem Prosoma (Abb. 8 a) stehen die Vertikalhaare vor den Scapularhaaren. Die Setae laterales sind etwas gegen den Körper geneigt, aber nicht übermäßig verlängert oder verdickt. Die Setae abdominales externae sind kürzer als die S. a. internae.

Ventralseite (Abb. 8b): Die Sternalhaare sind nicht besonders lang. Für die meisten Arten ist die Stellung der Setae poststernales charakteristisch. Bei dieser Species stehen die S. p. internae vor den S. p. externae, aber letztere stehen auch noch vor der hinteren Grenze der Sternalplatte; sie sind mindestens doppelt so lang wie die inneren Poststernalhaare.

Tarsus I (Abb. 8 c) ist dick und an der Spitze mit einer kräftigen, stark gekrümmten Kralle versehen. Dorsal finden wir einen Zapfen mit einem langen Tasthaar und dahinter einen langen, gleichmäßig dicken Sinneskolben. - Die Tarsen II und III sind schlank. Auffällig sind die Krallen gestaltet (Abb. 8d). Wir finden an jeder Kralle zwei dick gepolsterte Haftballen, von der eigentlichen Krallenform ist kaum noch etwas zu bemerken. Dazwischen befindet sich ein Empodium, das pinselartig erscheint. Es ist anzunehmen, daß diese eigenartige Ausbildung des Ambulacrums an den Tarsen II und III mit dem Leben an submersen schlüpfrigen Pflanzen ( Litorella uniflora  ) zusammenhängt.

Rücken- und Bauchpanzer zeigen eine Struktur von dichten Punkten, wie wir sie von vielen Oribatiden kennen, die aber bei den Scutacaridae  sonst noch nicht beobachtet worden ist.

Differenzialdiagnose: Es sind nur zwei Arten bekannt, bei denen der distal borstenartig verlängerte Teil des Tarsus IV, sowie Praetarsus und Ambulacrum völlig rückgebildet sind. Bei Imparipes hydrophilus  stehen die Setae poststernales internae vor den externae, und der Körper ist länger als breit. Bei der anderen Art, I. atypicus Karafiat  , stehen die vier Setae poststernales in einer waagerechten Querreihe, und der Körper ist kreisrund.

Fundort: Suesswasserteich suedlich des Friedhofes , Böschung unter Wasser mit einem dichten Rasen von Litorella uniflora  Asch. bewachsen.

Holotypus: Ein Präparat mit vier Exemplaren in meiner Sammlung.

GoogleMaps 

Weiteres Material: 60 Exemplare an gleicher Fundstelle .GoogleMaps  Es ist die erste Art der Scutacaridae  , die an unter Wasser wachsenden Pflanzen gefunden wurde.