Carduus defloratus

Stöhr, O., Pilsl, P., Essl, F., Hohla, M. & Schröck, C., 2007, Beiträge zur Flora von Österreich, II, Linzer biologische Beiträge 39 (1), pp. 155-292 : 173-174

publication ID

https://doi.org/10.5281/zenodo.5407540

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/03A687C0-FFFD-FFD5-C2EE-FA62FC68FA34

treatment provided by

Valdenar

scientific name

Carduus defloratus
status

 

Carduus defloratus L. subsp. tridentinus (EVERS) LADURNER

Salzburg: Pongau, Hohe Tauern, Ankogelgruppe, Badgastein, Böckstein, Anlauftal, Schuttrinne nahe Mariensteinwald, ca. 1290m, 8944/2, 18.08.2004, leg./det. OS, Herbarium OS/LI. – Pinzgau, Zillertaler Alpen, Krimmler Achental, Krimmler Achental, artenreicher Borstgrasrasen

SW des Tauernhauses (Ostabfall des Gamsbichlkogels), ca. 1670m, 8839/4, 02.07.2005, leg./det. OS, Herbarium OS/LI.

Tirol: Osttirol, Hohe Tauern, Rieserferner Gruppe, Defereggental, Patschertal, Silikat-Steinrasen im zentralen Talbodenbereich, ca. 1955m, 9039/3, 06.07.2006, vid. OS. – Osttirol, Hohe Tauern, Rieserferner Gruppe, Defereggental, Ausgang des Patschertales, Almrasen bei der Patscher Alm, ca. 1740m, 9039/3, 06.07.2006, vid./phot. OS. – Osttirol, Hohe Tauern, Lasörlinggruppe, Defereggental, Trojer Almtal, Almrasen bei der Vorderen Trojer Alm, ca. 1840m, 9039/4, 07.07.2006, vid. OS. – Osttirol, Hohe Tauern, Lasörlinggruppe, Defereggental, Reggnalm, Almrasen, ca. 2150m, 9039/4, 03.07.2006, vid. OS. – Osttirol, Hohe Tauern, Lasörlinggruppe, Defereggental, Gritzer Alm, Almrasen, ca. 2000m, 9040/3, 04.07.2006, leg./det. OS, Herbarium OS/LI.

Neu für Salzburg. Nach FISCHER et al. (2005) unterscheidet sich diese Unterart von Carduus defloratus von der typischen Form durch durchwegs fiederspaltige bis -schnittige, kräftig bedornte, beiderseits blaugrüne Laubblätter, die einen krausen Rand aufweisen (vgl. Abb. 4). Die Anmerkung in der aktuellen österreichischen Exkursionsflora, wonach es sich um eine "problematische Sippe" handelt, die "wahrscheinlich eine Hybride mit C. acanthoides " darstellt, beruht nach H. MELZER (schriftl. Mitt.) auf ein Missverständnis: Sie betrifft nur einen alten Herbarbeleg aus Kärnten, den A. Polatschek gesehen und revidiert hat (vgl. HARTL et al. 1992). Jedoch wird von KAZMI (1964) in seiner Revision der Gattung Carduus erwähnt, dass in den Alpen zwischen der subsp. tridentinus und der subsp. defloratus eine Introgressionszone mit zahlreichen intermediären Formen ausgebildet ist.

Die subsp. tridentinus wird von FISCHER et al. (2005) als fraglich für Salzburg, Tirol und Vorarlberg angegeben; in Österreich soll sie gesichert nur in Kärnten vorkommen, was durch zwei Belege aus diesem Bundesland im Herbarium Melzer (schriftl. Mitt. H. MELZER) bestätigt wird. Gemäss JANCHEN (1956 -1960; sub var. rhaeticus ) soll sie zudem in Salzburg, Tirol und Vorarlberg vorkommen. Nach der auf Herbarrevisionen basierenden Verbreitungskarte in KAZMI (1964) tritt diese Unterart in Nord- und Osttirol sowie in Kärnten auf. AESCHIMANN et al. (2004) wiederum führen sie in Österreich nur aus Nord- und Osttirol an. In der Flora von POLATSCHEK (1997) scheint diese Sippe aber nicht auf. Umso wichtiger erscheint es daher, auf diese wenig beachtete, sehr kontrovers behandelte Sippe hinzuweisen und an dieser Stelle gesicherte Funde aus Osttirol und Salzburg anzuführen.

In Osttirol ist die subsp. tridentinus in durchwegs typischen Formen nicht selten im Defereggental in der hochmontan-subalpinen Stufe über höchstens schwach basenhältigen Silikatgesteinen anzutreffen, weshalb sie ein gewisses Gegenstück zur meist kalkliebenden subsp. defloratus darstellen dürfte. Nicht selten werden Almrasen, Wegränder oder auch gefestigte Lawinar- und Schuttrasen eingenommen, wie auch im Land Salzburg beobachtet wurde. Carduus acanthoides konnte als Begleiter bislang nirgends festgestellt werden, wonach die obige Ansicht von H. Melzer bekräftigt wird. Für das Land Salzburg waren noch keine gesicherten Nachweise bekannt; allein LEEDER & REITER (1958) führen diese Sippe als var. rhaeticus an und schreiben "bei Fusch nach Hegi", jedoch wurde diese Angabe nie bestätigt, weshalb sie unter Berücksichtigung der verlässlichen Verbreitungsangaben bei KAZMI (1964) doch sehr zweifelhaft erscheint.

Kingdom

Plantae

Phylum

Tracheophyta

Class

Magnoliopsida

Order

Asterales

Family

Asteraceae

Genus

Carduus